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« Nachhaltigkeitsbericht »

Nachhaltigkeit in der Geschäftstätigkeit

Swiss Life stellt hohe Ansprüche an ihre Beratungs-, Dienstleistungsund Produktangebote. Sorgfalt und verantwortungsvolles Handeln bilden die Basis für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit wie auch für langfristige und nachhaltige Kunden- und Geschäftsbeziehungen.

Profitabilität und Wachstum

Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die nachhaltige Profitabilität von Swiss Life sind Grundvoraussetzungen für eine langfristig erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensführung. Dank der konsequenten Umsetzung ihrer Strategie hat Swiss Life die letzten drei Unternehmensprogramme seit 2009 mit Erfolg ins Ziel geführt.


Das Geschäftsmodell von Swiss Life ist auf Langfristigkeit ausgerichtet: Die Versprechen gegenüber ihren Kundinnen und Kunden müssen über Jahrzehnte Bestand haben. Im Lebensversicherungsgeschäft spielt deshalb eine langfristige und nachhaltige Anlagepolitik eine zentrale Rolle. Swiss Life hat die Anlagestrategie so ausgerichtet, dass die Zinsmarge auch bei anhaltenden Tiefzinsen mehr als drei Jahrzehnte positiv ist. Zudem hat Swiss Life in den letzten Jahren das Geschäft fortlaufend weiterentwickelt. Mit dem erfolgreichen Ausbau der Vermögensverwaltung für Drittkunden, dem Wachstum der Beraterkanäle, modernen Produkten wie auch gezielten Zukäufen hat Swiss Life in den letzten Jahren den Beitrag aus dem sogenannten Fee-Geschäft deutlich erhöht und damit die Abhängigkeit vom Anlageergebnis reduziert. Neben dem Fokus auf Profitabilität bleibt die Kapitaleffizienz eine relevante Steuerungsgrösse für das Neugeschäft im Versicherungsbereich.

Im aktuellen Unternehmensprogramm «Swiss Life 2021» setzt Swiss Life auf eine kontinuierliche und zugleich ambitionierte Weiterentwicklung der Ertragsquellen, der Effizienz sowie der Ausschüttung an die Aktionäre. Das Unternehmensprogramm orientiert sich am Unternehmenszweck von Swiss Life, die Menschen dabei zu unterstützen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, und fokussiert auf vier strategische Stossrichtungen. Neben den strategischen Schwerpunkten und den entsprechenden finanziellen Zielsetzungen sind auch die Nachhaltigkeit und die unternehmerische Verantwortung Teil des Unternehmensprogramms «Swiss Life 2021». Mit der konsequenten Umsetzung ihrer Strategie schafft Swiss Life die Grundlage, für ihre Anspruchsgruppen nachhaltig Wert zu schaffen.

Weitere Informationen zum Unternehmensprogramm und zur Strategie der Swiss Life-Gruppe finden sich im Geschäftsbericht im Kapitel Strategie & Marke.

People Centricity

Bei Swiss Life stehen Menschen im Zentrum der Geschäftstätigkeit. Dabei ist die Zusammenarbeit auf Augenhöhe ein wesentliches Merkmal – sowohl in der Kundenberatung, im Umgang mit den Mitarbeitenden als auch in der Rolle als gesellschaftliche Akteurin.


Was Swiss Life tut, ist für die Menschen relevant: Swiss Life unterstützt ihre Kundinnen und Kunden dabei, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Damit schafft sie Sicherheit und Zuversicht. Bei allem, was Swiss Life tut, steht der Mensch im Zentrum. Die Dienstleistungen, die Swiss Life anbietet, orientieren sich an den Bedürfnissen der Menschen und sprechen diese als Individuen an.


Kontinuierliche Messung der Kundenzufriedenheit

Swiss Life misst die Kundenzufriedenheit an den wichtigsten Kontaktpunkten kontinuierlich. Kundinnen und Kunden werden direkt nach einer Interaktion an ausgewählten Kontaktpunkten zu ihrer Erfahrung, Zufriedenheit und Weiterempfehlungsbereitschaft befragt. Wer eine negative Beurteilung abgegeben hat, wird innerhalb von 48 Stunden kontaktiert. So kann Swiss Life sicherstellen, dass die Beweggründe für die negative Beurteilung verstanden und dem Kunden eine Lösung angeboten werden kann. Die Erhebung der Kundenzufriedenheit erfolgt in enger Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Marktforschungsinstitut.

Swiss Life hat das Direct-Customer-Feedback-Programm in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut.



Net Promoter Score (NPS)

Bei der quantitativen Messung der Kundenzufriedenheit stützt sich Swiss Life auf den NPS. Dieser hält die Bereitschaft eines Kunden fest, einen Anbieter Familie und Freunden weiterzuempfehlen. Der NPS wird konstant erhoben und quartalsweise intern rapportiert. Zudem ist der NPS Teil der Zielvereinbarung und der Leistungsbewertung von Mitarbeitenden mit Kundenkontakt.

In den letzten vier Jahren hat sich der NPS bei Swiss Life an den wichtigsten Kontaktpunkten Beratung und Service Center weitestgehend positiv entwickelt, dies dank regelmässiger Analyse der Kundenfeedbacks und den daraus abgeleiteten Verbesserungen.


Die Entwicklung des NPS am Kontaktpunkt Beratung

2020201920182017
Schweiz Einzelleben+57+59+51+52
Schweiz Swiss Life Select+52+48+41+39
Frankreich+66+57+52+46
Deutschland Swiss Life Select+69+64+62+53
Österreich Swiss Life Select+56+58+49+44
UK Chase de Vere+58+56+52+56

Beim Kontaktpunkt Beratung konnte der NPS im Jahr 2020 mehrheitlich gesteigert werden. Dies unter anderem dank der Flexibilität und der schnellen Anpassung der Beraterinnen und Berater sowie der Kundinnen und Kunden an die Situation aufgrund der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020. Dank der voll digitalisierten Beratungsplattform in Verbindung mit kompetenter, persönlicher Beratung konnte das Kundenerlebnis auch in diesem speziellen Jahr weiter verbessert werden.


Die Entwicklung des NPS am Kontaktpunkt Service Center

2020201920182017
Schweiz Einzelleben+39+37+33+23
Frankreich–12–13–13–17
Deutschland Einzelleben+23+16+10+4
Deutschland Swiss Life Select+18+9+11+10

Beim Kontaktpunkt Service Center konnte der NPS vor allem in Deutschland stark gesteigert werden. Dabei haben Prozessoptimierungen und die Einführung einer unabhängigen Qualitätssicherung durch die Mitarbeitenden eine deutliche Verbesserung bewirkt. Kundenfeedbacks werden regelmässig analysiert und zur Verbesserung der Prozesse herangezogen. In Frankreich, wo der NPS noch negativ ist, wurde im Jahr 2020 ein Projekt zur Optimierung der Kundenerfahrung am Telefon initiiert.


Kundenorientierte Arbeitskultur fördern und verankern

Neben der Messung der Kundenzufriedenheit erhebt Swiss Life auch die interne Wahrnehmung ihrer Kundenorientierung. Seit 2019 wird die interne Wahrnehmung der Kundenorientierung in einer gruppenweiten Umfrage zum Mitarbeiterengagement abgefragt. Die Umfrage findet alle zwei Jahre statt und wird in Zusammenarbeit mit einer unabhängigen Beratungsagentur durchgeführt.

Die Befragung 2019 hat gezeigt, dass 86% aller Mitarbeitenden Swiss Life als kundenorientiertes Unternehmen wahrnehmen. Die Ergebnisse lagen 4 Prozentpunkte über den Ergebnissen der erfolgreichsten Unternehmen weltweit und 10 Prozentpunkte über dem globalen Durchschnitt von Unternehmen aus der Finanzindustrie.


Weitere Massnahmen zur Förderung der Kundenzufriedenheit

Im Jahr 2020 wurden vor allem Massnahmen zur digitalen Unterstützung von Kundenbeziehungen und Datenverwaltung vorangetrieben. Unter anderem stehen nun in mehreren Divisionen Online-Portale für Kundinnen und Kunden zur Verfügung. Dabei haben sie die Möglichkeit, zum Beispiel Kontaktdaten selbst zu verwalten oder einen schnelleren Zugang zu wichtigen Finanzinformationen zu erhalten. Weiter können auch Schlüsseldokumente digital unterzeichnet werden, wodurch die Bearbeitungszeit verkürzt wird.


Austausch mit anderen Interessengruppen

Neben der Kundenorientierung tauscht sich Swiss Life auch in anderen Themenfeldern mit ihren Interessengruppen auf Augenhöhe aus. So unter anderem mit den Mitarbeitenden (Kapitel Nachhaltigkeit als Arbeitgeberin) und in ihrer Rolle in der Gesellschaft (Kapitel Nachhaltigkeit in der Gesellschaft).

Produkte, Dienstleistungen und Beratung

Eine Kundenbeziehung dauert bei Swiss Life oft mehrere Jahrzehnte. Mit individueller Vorsorge- und Finanzberatung für Privat- und Unternehmenskunden sowie ausgewiesener Anlagekompetenz für institutionelle Investoren unterstützt Swiss Life ihre Kundinnen und Kunden dabei, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.


Die Beratungs- und Produktstrategie von Swiss Life kombiniert einen bestmöglichen Kundennutzen mit einer profitablen Geschäftstätigkeit. Über eigene Finanzberaterinnen und -berater, Agenten sowie Vertriebspartner bietet Swiss Life Privat- und Firmenkunden eine umfassende und individuelle Beratung sowie eine breite Auswahl an eigenen und Partnerprodukten an. Swiss Life Select, das auf die Finanzplanung privater Haushalte und die Vermittlung von Finanzprodukten spezialisierte Tochterunternehmen, sowie die Beraterinnen und Berater von Tecis, Horbach, Proventus, Chase de Vere und Fincentrum lassen ihre Kunden anhand des Best-Select- Ansatzes das für sie passende Produkt auswählen. Kundinnen und Kunden erhalten somit Zugriff auf eine umfassende Produktpalette einer Vielzahl von Anbietern. Swiss Life Asset Managers bietet zudem umfassende Anlagelösungen und entwickelt massgeschneiderte Anlagestrategien für die eigenen Versicherungsgesellschaften wie auch für Drittkunden wie Pensionskassen, Anlagestiftungen, Vermögensverwalter oder auch Privatkunden.


Transparente Produktinformation und Förderung des Finanzwissens

Swiss Life legt neben einem kundenorientierten Beratungsansatz ein grosses Augenmerk auf verständliche und umfassende Dokumentationen. So stehen neben den Produktdokumentationen zu verschiedenen Versicherungs- und Vorsorgethemen auf den lokalen Internetseiten oder Kundenportalen auch unterstützende Videosequenzen zur Verfügung und Publikationen zum Download bereit.

Swiss Life will Menschen dabei unterstützen, Finanzwissen aufzubauen, damit sie bessere Entscheidungen treffen können. Darum unterstützt Swiss Life unter anderem seit Jahren die Schweizer Finanzwissensplattform fintool.ch. In Deutschland fördert das Unternehmen mit der Swiss Life Stiftung für Chancenreichtum und Zukunft insbesondere Projekte, die sich für die Bildung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher einsetzen und sie in schwierigen Lebenssituationen unterstützen.


Kundenorientierung und gruppenweite Standards für Leistungsversprechen

Langfristige Leistungszusagen sowie Verpflichtungen aus Vorsorge- und Finanzprodukten erfordern im Vorfeld eine genaue Analyse des rechtlichen und des regulatorischen Umfelds und des damit zusammenhängenden Risikos. Dies ist auch die Basis für eine kundenorientierte Beratung und trägt wesentlich dazu bei, Fehlberatungen oder Verstösse sowie mögliche daraus resultierende Konsequenzen zu vermeiden.

Mit gruppenweit verbindlichen Regelungen, die lokal in entsprechenden Weisungen umgesetzt werden, stellt Swiss Life sicher, dass die Leistungsversprechen eingehalten werden können:

  • Die konkrete Ausgestaltung von Produkten und Dienstleistungen erfolgt nach gruppenweiten Standards und nach strenger Massgabe des lokalen regulatorischen Umfelds sowie der lokalen Gesetzgebung. Es ist sichergestellt, dass die lokalen Compliance-Teams auch bei bestehenden Produkten und Dienstleistungen Anpassungen vornehmen können. Ebenso werden die gruppenweiten Standards zur Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen bei Bedarf den Rahmenbedingungen angepasst.
  • Das Produktmanagement wird über verschiedene Weisungen auf Gruppenstufe geregelt. Swiss Life hat dafür einen einheitlichen, prüfbaren Produktentwicklungsprozess etabliert. Er definiert zum einen Mindestanforderungen an die lokale Produktentwicklung und zum anderen den Genehmigungs- und Eskalationsprozess für Initiativen auf Gruppenstufe. Selbstverständlich sind die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften, der konkrete Kundennutzen sowie die Qualität der Kundendokumentation wesentliche Kriterien im Rahmen der Beurteilung.

Nachhaltigkeit im Versicherungsgeschäft

Im Berichtsjahr hat Swiss Life ihren gruppenweiten Ansatz für die Integration von Nachhaltigkeitskriterien im Versicherungsbereich weiterentwickelt. Der Underwriting-Prozess von Swiss Life stellt fortwährend sicher, dass das versicherte Portfolio den grundlegenden Standards und Werten des Unternehmens entspricht. Die Zeichnung von Risiken steht im Einklang mit den Bestimmungen der Aufsichtsbehörden und dem Engagement von Swiss Life für ein ganzheitliches und wertorientiertes Risikomanagement. Dabei berücksichtigt Swiss Life konsequent auch ESG-Faktoren (Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung).

Lebensversicherungs- und Risikoprodukte tragen wesentlich zu einem selbstbestimmten Leben der Versicherten bei. In vielen entwickelten Märkten bilden diese Produkte auch einen massgeblichen Teil der betrieblichen Altersvorsorge. Vor der Vertragsunterzeichnung evaluiert Swiss Life im Rahmen der Risikoprüfung neben den medizinischen und finanziellen Aspekten auch ESG-Faktoren. In Anerkennung ihrer sozialen Verantwortung ist Swiss Life bestrebt, allen legitimen Unternehmen und Einzelpersonen Versicherungsschutz anzubieten. Deshalb nimmt Swiss Life Ablehnungen oder Ausschlüsse aufgrund von Nachhaltigkeitsaspekten nur selektiv vor. Swiss Life versichert Menschen und möchte diese nicht von einem relevanten Versicherungsschutz ausschliessen, weil ihr Arbeitgeber in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte Aufholbedarf ausweist. Stellt Swiss Life bei der Risikoprüfung Mängel im Bereich der ESG-Aspekte fest, ist das Unternehmen bestrebt, die Kunden im Dialog mit Informationen für das Thema zu sensibilisieren. Wenn im Zuge der Risikoprüfung Hinweise auf eine mangelnde Respektierung von Menschenrechten identifiziert werden, kann dies nach erfolgter Klärung mit dem Antragsteller gegebenenfalls zu einer Ablehnung des Versicherungsantrags führen.

Swiss Life verfügt in verschiedenen Märkten über Produkte mit integrierten Nachhaltigkeitsaspekten. So hat Swiss Life in Frankreich eine nachhaltige Investmentlösung entwickelt, bei der der Fokus auf verantwortungsvollem Management sowie ESG-Kriterien liegt. Im Rahmen der kontinuierlichen Produktentwicklungsprozesse arbeitet Swiss Life an weiteren nachhaltigen Versicherungs-, Vorsorge- und Finanzprodukten.


Nachhaltige Produkte im Asset Management

Auch im Anlagegeschäft können Kundinnen und Kunden von den ESG-Kompetenzen und der Erfahrung von Swiss Life profitieren. Im Asset Management verfügt Swiss Life über verschiedene nachhaltige Anlageprodukte wie die mit dem Nachhaltigkeitslabel SRI gekennzeichneten Wertpapierfonds in Frankreich oder ESG-Lösungen im Bereich der Schwellenländer. SRI ist ein von der französischen Regierung anerkanntes Nachhaltigkeitslabel für Finanzprodukte. Im Bereich Immobilien wurden sogenannte Impact-Produkte weiterentwickelt. Ihr Schwerpunkt liegt auf Investitionen, die sich positiv auf die nachhaltige Entwicklung auswirken. Solche Impact- Produkte sollen künftig das bestehende ESG-Angebot auch in anderen Anlageklassen erweitern. Zudem entwickelt Swiss Life in verschiedenen Anlageklassen neue Anlagelösungen und -strategien, die auf spezifische ESG-Themen fokussieren oder sich auf Unternehmen konzentrieren, die strenge Nachhaltigkeitskriterien erfüllen.

Digitalisierung

Swiss Life verfolgt die Digitalisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Im Fokus stehen Initiativen, die für die Kundinnen und Kunden wie auch für die Mitarbeitenden einen nachhaltigen Mehrwert schaffen.


Als Vorsorge- und Finanzdienstleistungsunternehmen stellt Swiss Life den Menschen ins Zentrum ihres Tuns. Das gilt auch für die Digitalisierung: Die rund 15 800 Beraterinnen und Berater, die für Swiss Life im Dialog mit Kunden stehen, können jederzeit auf digitale Hilfsmittel zurückgreifen, die sie im Beratungsprozess unterstützen. Dabei bleibt der persönliche Kontakt nach wie vor ein entscheidender Faktor. Aus dieser gezielten Kombination von persönlicher Beratung und digitaler Unterstützung leitet Swiss Life ihren «Phygital-Ansatz» ab.

Damit kommt Swiss Life einem Kundenbedürfnis nach, wie eine repräsentative Umfrage des Unternehmens aus dem Jahr 2019 in der Schweiz, Frankreich und Deutschland deutlich gezeigt hat. Die Menschen wünschen sich, dass die digitalen Hilfsmittel den Berater bei der Identifikation der besten Lösung unterstützen und dadurch mehr Zeit für die persönliche Beratung zur Verfügung steht.


Dank Videoberatung trotz Pandemie nahe bei den Kunden

Die Zahl der Beratungsgespräche ist 2020 aufgrund der vornehmlich digitalen Kundenkontakte stark angestiegen. Zu diesem Anstieg beigetragen hat auch der Umstand, dass die Kundinnen und Kunden durch die Massnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie vermehrt zu Hause und erreichbar waren. Dank frühzeitigen Investitionen in digitale Initiativen und Hilfsmittel hatte Swiss Life die technologischen Voraussetzungen bereits geschaffen, um auch während der Covid- 19-Pandemie unverändert für die Kundinnen und Kunden da zu sein. Da Kundenbesuche zeitweilig nicht mehr möglich waren, wurde vermehrt auf digitale Kommunikationsmittel wie Videoberatung gesetzt. So hat sich allein in Deutschland die Anzahl Videoberatungen pro Monat zwischenzeitlich rund versechsfacht. Durch die deutlich häufigere Nutzung der virtuellen Beratungsmöglichkeiten haben sich im Berichtsjahr die CO2-Emissionen aufgrund der eingeschränkten Reisetätigkeit der Beraterinnen und Berater reduziert. Dies schlägt sich positiv in der CO2-Bilanz von Swiss Life nieder (mehr dazu im Kapitel Nachhaltigkeit in Bezug auf die Umwelt).


Digitale Kundenportale und neue Formen der Zusammenarbeit

Neben der persönlichen Beratung bietet Swiss Life ihren Kundinnen und Kunden unter anderem auch Zugang zu Onlineportalen, auf welchen sie zeit- und ortsunabhängig auf ihre Unterlagen zugreifen, Beratungstermine vereinbaren, Angebote anfordern und auch Änderungen schnell und unbürokratisch durchführen können. Mit Onlinerechnern können Kundinnen und Kunden selbständig Szenarien simulieren. Dabei bestimmen sie, in welcher Form sie mit Swiss Life interagieren wollen, und wählen ihren Zugangsweg selbst. Swiss Life setzt auf Industriestandards und digitale Lösungen, um Medienbrüche zu vermeiden und eine hohe Qualität zu gewährleisten.

Auch bei der Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens setzt Swiss Life auf digitale Plattformen. Die konzernweite Kollaborationssoftware ermöglicht es, interne wie auch externe Besprechungen in virtuellen Räumen abzuhalten und Dateien gemeinsam zu bearbeiten oder zu teilen. Dank den frühzeitigen Investitionen in den digitalen Arbeitsplatz und das mobile Arbeiten konnte Swiss Life auch während der Covid-19-Pandemie bereichs- und divisionsübergreifend zusammenarbeiten. Dies ermöglichte Swiss Life, den Betrieb durchgehend aufrechtzuerhalten und für die Kundinnen und Kunden sowie Partner da zu sein.

Verantwortungsbewusste Anlagetätigkeit

Swiss Life integriert seit mehreren Jahren ökologische und soziale Faktoren sowie Aspekte einer guten Unternehmensführung systematisch in den Anlageprozess und das Risikomanagement bei fast 90% ihres verwalteten Vermögens. Im Berichtsjahr wurde dieser Ansatz durch einen speziellen Fokus auf Klimaszenarioanalysen sowie die Integration von Klimakennzahlen in den Anlageprozess weiterentwickelt.


Swiss Life ist Vermögensverwalterin für die eigenen Versicherungsgesellschaften und für Drittkunden wie Pensionskassen, andere Versicherungsgesellschaften sowie Privatinvestoren. Dabei stehen der langfristige Schutz der Kundengelder und der optimale Einsatz des Risikokapitals im Zentrum. Die Anlage der Vermögen soll sicher, rentabel und in der Gesamtheit liquide sein. Aufgrund der Langfristigkeit der Verpflichtungen investiert Swiss Life vor allem in festverzinsliche Wertschriften, zum Beispiel in Staats- und Unternehmensanleihen, in Immobilien sowie in Aktien und Infrastruktur. Dabei beruhen die Anlageentscheidungen auf einer weitgehenden Beurteilung von Risiken und Renditen.

Um ihr Bekenntnis zur verantwortungsvollen Anlagetätigkeit weiter zu stärken, hat Swiss Life ihren Ansatz zur Integration von ESG-Kriterien in Anlage- und Risikomanagementprozessen formalisiert. Das resultierende «Responsible Investment Framework» folgt den Principles for Responsible Investment (PRI). Swiss Life als Vermögenseigentümerin wie auch Swiss Life Asset Managers als Investment Manager und alle Tochtergesellschaften sind vollumfänglich den PRI verpflichtet und legen ihre Aktivitäten im Bereich der verantwortungsbewussten Anlagetätigkeit entsprechend offen. Das wurde im Berichtsjahr von PRI unter anderem mit einem A+-Rating im Modul Strategie und Governance anerkannt.

Als bedeutende Anlegerin hat Swiss Life den Anspruch, dass direkte Investitionen in ihrem Portfolio mit den grundlegenden Normen und Werten von Swiss Life im Einklang stehen. Als Unterzeichnerin des «UN Global Compact» der Vereinten Nationen bekennt sich Swiss Life unter anderem zu den grundlegenden Prinzipien zum Schutz der Menschenrechte und der Umwelt.

1 Total verwaltete Vermögen Versicherungsgeschäft und Drittkunden
1 Verwaltete Unternehmensanleihen für das Versicherungsgeschäft (CHF 45,4 Milliarden)

 

Systematische Integration von ESG-Kriterien

Swiss Life integriert ökologische und soziale Faktoren sowie Aspekte einer guten Unternehmensführung systematisch in den Anlageprozess und das Risikomanagement sämtlicher Anlageklassen. Dadurch werden eine breitere Informationsbasis sowie eine ausgewogenere Risikoabdeckung erreicht.

Die Berücksichtigung von ESG-Faktoren kommt bei fast 90% des gesamten verwalteten Vermögens von Swiss Life zum Einsatz. Bei den übrigen 10% handelt es sich um Anlageprodukte wie replizierende Aktienindexstrategien oder Hypotheken, auf die aufgrund der Produktstruktur der Nachhaltigkeitsansatz aktuell noch nicht anwendbar ist. Der Nachhaltigkeitsansatz wird nicht nur auf die proprietären Vermögenswerte, sondern auch auf die Drittkundengelder angewendet.


Nachhaltigkeit bei Wertschriftenanlagen

Im Anlageprozess für Wertschriften – dazu gehören beispielsweise Aktien oder Unternehmensund Staatsanleihen – setzt Swiss Life unter anderem auf Analysen eines internationalen, unabhängigen ESG-Forschungs- und Bewertungsdienstleisters. Die ESG-Informationen von weltweit über 14 000 Aktien- und Anleihenemittenten helfen Swiss Life dabei, Risiken bei Umwelt- und Sozialthemen wie auch bei Unternehmensführungsaspekten frühzeitig zu identifizieren und entsprechend zu antizipieren. In diesem Zusammenhang werden auch Risiken aus ESG-Kontroversen zum Beispiel durch Arbeitsrechtsverletzungen, Mängel in der Unternehmensführung sowie Anzeichen für Korruption oder Umweltrisiken in Bezug auf den Klimawandel frühzeitig erkannt. Swiss Life legt basierend auf externen Ratings ESG-Schwellenwerte fest, so dass Emittenten mit niedriger ESG-Performance vermieden werden können. Im Speziellen werden Emittenten mit einer schlechten ESG-Performance sowie solche mit schweren ESG-Kontroversen gemieden. Im Rahmen der Kreditanalysen von Emittenten festverzinslicher Anlagen berücksichtigt Swiss Life neben ESG-Ratings und «Controversy Assessments» Klimakennzahlen wie die Karbonintensität. Auf dieser Basis werden detaillierte Kreditberichte formuliert und von den Risikokomitees analysiert. Im Gegensatz zu festverzinslichen Anlagen, bei denen Swiss Life einen aktiven Anlageansatz verfolgt, ist dieser bei Aktienanlagen passiv. Daher ist die Flexibilität, Anlagen aus dem Anlageuniversum auszuschliessen, eingeschränkt. Nichtsdestotrotz werden in der Portfoliokonstruktion der meisten Aktienanlagestrategien ESG-Ratings oder -Kontroversen als Faktor zur Portfoliooptimierung genutzt. Zudem wird bei Aktienanlagen grosser Wert auf die Wahrnehmung der Aktionärsstimmrechte gelegt. Das Engagement mit Portfoliounternehmen wird in den kommenden Jahren ebenfalls schrittweise ausgebaut.


Klimarisiken und Ausstieg aus Kraftwerkskohle

Swiss Life unterstützt die Ziele des Pariser Klimaabkommens. So hat Swiss Life beispielsweise für die Anlagen aus dem Versicherungsgeschäft eine Strategie zum Ausstieg aus dem CO2-intensiven Kohlesektor definiert. Swiss Life sieht von Investitionen in Anleihen von Unternehmen ab, die mehr als 10% der Einnahmen aus dem Abbau, der Extraktion und dem Verkauf von Kraftwerkskohle erzielen. Im Berichtsjahr wurden alle Wertschriften von solchen Kohleunternehmen verkauft. Ein entsprechender Schwellenwert gilt auch für Infrastrukturanlagen: Swiss Life verzichtet auf Investitionen in Projekte oder Unternehmen, bei denen mehr als 10% der Unternehmens- oder Projektbewertung auf Beiträge aus dem Geschäft mit Kraftwerkskohle zurückzuführen sind.

Bei den Drittkunden setzt sich Swiss Life dafür ein, dass auch diese sich für ihre Vermögenswerte an einer entsprechenden Ausstiegsstrategie orientieren.

Der Klimawandel und die damit einhergehenden Risiken sind auch zentral, wenn es darum geht, dass Swiss Life ihre Verantwortung in Form von aktivem Aktionärstum («Active Ownership ») zur Förderung verantwortungsbewussten Anlegens wahrnimmt. Kürzlich ist Swiss Life «Climate Action 100+» beigetreten, um sich dem kollektiven Engagement anzuschliessen. Des Weiteren hat Swiss Life ein Green-Investment-Programm lanciert. Dabei wird die Karbonintensität von Firmen und Ländern herangezogen, um die Karbonintensität der Portfolios zu steuern. Swiss Life hat sich in diesem Kontext auch das Ziel gesetzt, bis 2023 CHF 2 Milliarden in Green Bonds zu investieren.


Weitere selektive Ausschlüsse

Für alle Vermögenswerte hat Swiss Life konkrete Beschränkungen für Investitionen in die Rüstungsindustrie definiert. Swiss Life erkennt das Recht souveräner Staaten zur Selbstverteidigung an, verzichtet aber auf Investitionen in Unternehmen, die wesentlich an der Produktion international geächteter Waffen wie Antipersonenminen, Streumunition, chemischer, biologischer und nuklearer Waffen beteiligt sind. Swiss Life verwendet dazu Daten eines unabhängigen ESG-Forschungs- und Bewertungsdienstleisters sowie die allgemein bekannten Ausschlusslisten zu kontroversen Waffen von PAX, einer internationalen gemeinnützigen und nicht regierungsbezogenen Friedensorganisation, und von SVVK-ASIR, dem Schweizer Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen.


Stimmrechtsausübung

Swiss Life vertritt ihre Interessen auch bei der Stimmrechtsausübung und nimmt ihre Verantwortung in Form von «Active Ownership» wahr. Dabei strebt Swiss Life eine Verbesserung des langfristigen Unternehmenswerts an. ESG-Faktoren dienen einer ausgewogenen Beurteilung zwischen dem Zweck eines Antrags und dem Gesamtnutzen für die Aktionäre des jeweiligen Unternehmens. Im vergangenen Geschäftsjahr votierte Swiss Life beispielsweise für Transparenz der Unternehmen hinsichtlich sozialer und ökologischer Aspekte und für verbesserte Governance. Swiss Life stützt sich bei der Stimmrechtswahrnehmung auf die Analysen und Dienstleistungen des externen Stimmrechtsberaters «Institutional Shareholder Services» (ISS) sowie weitere Quellen. 2020 stimmte Swiss Life bei 310 Generalversammlungen 5750 Mal ab. Dabei wich Swiss Life in 0,3% der Fälle von den Empfehlungen von ISS ab und stimmte in 9% der Fälle nicht im Sinne des Verwaltungsrats.


Szenarioanalysen

Swiss Life will im Sinne einer langfristig nachhaltigen Bewirtschaftung des Anlageportfolios transitorische und physische Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel minimieren. Aus diesem Grund werden neben der Karbonintensität auch zukunftsorientierte Indikatoren aus Szenarioanalysen in die Anlage- und Risikomanagementprozesse integriert (zum Beispiel «Climate Value-at-Risk»). Um das Verständnis von Klimarisiken besser beurteilen zu können, nimmt Swiss Life seit 2017 am «Paris Agreement Capital Transition Assessment» (PACTA) teil. Dieses wurde vom Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) und von der «2° Investing Initiative » durchgeführt. Die Integration der Klimaszenariometriken und die weitere Anwendung von verschiedenen Transitionsszenarien werden schrittweise weitergeführt.


Verantwortungsvolles Immobilienmanagement

Swiss Life gehört zu den führenden Immobilieninvestoren in Europa und ist Eigentümerin des grössten privaten Immobilienportfolios der Schweiz. Die langfristige Werterhaltung und -steigerung wie auch die Sicherung der nachhaltigen Erträge sind für Swiss Life von zentraler Bedeutung. Alle Entscheidungen orientieren sich deshalb an einem langfristigen Immobilienlebenszyklus.

Damit Nachhaltigkeitskriterien systematisch in den gesamten Wertschöpfungsprozess von Immobilieninvestitionen integriert werden können, hat Swiss Life ein eigenes Nachhaltigkeitsrahmenwerk für Immobilieninvestitionen, das sogenannte «Responsible Property Investment Framework », entwickelt. Diese Richtlinien gelten für das gesamte Immobilienmanagement und führen zu einer Optimierung des Immobilienbestands in Bezug auf Umwelt- und Gesellschaftsaspekte:

  • Im Transaktionsprozess werden in einer Due-Diligence-Checkliste Nachhaltigkeitschancen identifiziert und damit Wertsteigerungspotenziale aufgezeigt. Gleichzeitig dient die Prüfung auch dazu, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen, um Werte langfristig erhalten zu können.
  • In der Immobilienentwicklung spielen Nachhaltigkeitsaspekte von der Machbarkeitsstudie bis hin zum Bauentscheid eine zentrale Rolle und werden in die Planung integriert. Dabei definiert Swiss Life unter anderem Energiemindeststandards, prüft ökologische Risikoprofile, analysiert die sozioökonomischen Auswirkungen von Immobilienentwicklungsprojekten und entscheidet über die Zertifizierung von Gebäuden mit nachhaltigen Gütesiegeln wie «Minergie », «DGNB», «SGNI», «LEED», «BREEAM» oder «HQE». Mittels dieser Nachhaltigkeitsgütesiegel wird die Nachhaltigkeitsqualität der Liegenschaft durch externe Fachstellen bestätigt.
  • Die Umsetzung von Nachhaltigkeitsmassnahmen im Betrieb wie umfassende Sanierungen, gezielte Betriebsoptimierungen, effiziente Haustechnikanlagen oder Instandsetzungsmassnahmen unterstützt die Reduktion des Energieverbrauchs der Portfolios. Die damit einhergehende steigende Energieeffizienz der Liegenschaften führt wiederum zu einer Reduktion der CO2-Emissionen. Somit führen energetische Instandsetzungsmassnahmen (zum Beispiel Erneuerung der Wärmeerzeugung oder Sanierung der Gebäudehülle) zu Energie- und CO2- Einsparungen auf den jeweiligen Liegenschaften von bis zu 50%. Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wird somit zugunsten erneuerbarer Energiequellen (zum Beispiel Photovoltaik, Geothermie, Fluss- und Seewassernutzung oder Pellets) weiter reduziert.
  • Mit energiesparenden Einstellungen an den technischen Anlagen sowie kleineren Instandsetzungsmassnahmen mit kürzerer Amortisationsdauer (beispielsweise Beleuchtungssysteme oder Wasserleitungsisolation) erzielt Swiss Life Verbesserungen ausserhalb der grossen Sanierungszyklen. Durch diese Optimierungsmassnahmen können Energie- und CO2-Einsparungen von rund 10% erreicht werden.

Global Real Estate Sustainability Benchmark

Seit 2018 nimmt Swiss Life am jährlichen Global Real Estate Sustainability Benchmark (GRESB) teil. Diese Nachhaltigkeits-Benchmarking-Analyse ermöglicht es Swiss Life, Nachhaltigkeitsaspekte in den bewerteten Immobilienportfolios konsequent zu messen und in die Bewirtschaftung zu integrieren. 2020 wurden fast 65% des gesamten verwalteten Immobilienvermögens und rund 85% aus dem proprietären Versicherungs-Asset-Management-Portfolio von Swiss Life Asset Managers bei dem GRESB eingereicht. Neun von zwölf geprüften Portfolios wurden mit dem Label «Green Star» ausgezeichnet.


Nachhaltigkeit in Infrastrukturanlagen und Clean Energy Investments

Swiss Life bezieht ESG-Überlegungen einschliesslich einer systematischen ESG-Analyse auch in den Due-Diligence-Prozess von Infrastrukturanlagen mit ein. Jede Anlageempfehlung enthält einen ESG-Abschnitt, der das Rating für zwölf ESG-Themen und eine aggregierte ESG-Gesamtnote anzeigt. Das Rating beruht auf einem systematischen und selbst entwickelten ESG-Fragebogen, mit dem Indikatoren in diversen Bereichen bewertet werden und der sämtliche ESGThemen umfasst. Swiss Life überwacht zudem jedes Quartal ESG-Kriterien und einschlägige Entwicklungen im Rahmen der regelmässigen Überwachungsprozesse ihrer zugrunde liegenden Anlagen.

Die von Swiss Life Asset Managers und unter der Tochtergesellschaft Fontavis verwalteten Infrastrukturfonds halten mehrere Infrastrukturobjekte im Bereich der erneuerbaren Energien als Direktanlagen. Swiss Life Asset Managers und Fontavis halten rund CHF 1,1 Milliarden an Anlagen in Windparks, Wasser-, Solar- und Biomassekraftwerken primär in den USA und in Europa. Insgesamt werden in diesen Anlagen rund 2,4 GWh erneuerbare Energie produziert, was der Energieversorgung für ca. 310 000 Schweizer Haushalte entspricht. Damit leistet Swiss Life mit ihren Infrastrukturanlagen einen Beitrag zur Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens.


Bericht über verantwortungsbewusstes Anlegen

Swiss Life Asset Managers hat im Berichtsjahr ihren ersten anlageklassenübergreifenden «Bericht über verantwortungsbewusstes Anlegen» veröffentlicht. Der Bericht kann unter folgendem Link heruntergeladen werden: www.swisslife-am.com/de/rireport.

Compliance bei Swiss Life

Swiss Life legt grossen Wert darauf, alle Rechtsvorschriften und regulatorischen Vorgaben einzuhalten. Ein korrektes und integres Verhalten der Mitarbeitenden ist dafür eine unverzichtbare Voraussetzung.


Code of Conduct

Der Code of Conduct umfasst die gruppenweit gültigen Werte und Grundsätze von Swiss Life sowie verpflichtende Verhaltensregeln für alle Mitarbeitenden.


Der Code of Conduct gilt gruppenweit und wird in regelmässigen Abständen überprüft und gegebenenfalls angepasst. Erhalt und Einhaltung des Code of Conduct werden von allen Mitarbeitenden beim Eintritt ins Unternehmen bestätigt. Der Code of Conduct kann unter www.swisslife.com/de/coc eingesehen werden.

Swiss Life verfügt über lokale, interne Meldestellen, welche Hinweise auf Verstösse gegen den Code of Conduct zeitnah abklären. In diesem Zusammenhang werden auch anonyme Meldungen akzeptiert.


Gesetzeskonforme und integre Geschäftstätigkeit

Etablierte Prozesse stellen bei Swiss Life die angemessene Identifikation, Steuerung und Kontrolle der Compliance- und Datenschutzrisiken sicher.

Compliance überwacht und beurteilt das rechtliche sowie das regulatorische Umfeld und berücksichtigt dabei die jeweiligen lokalen Gesetzgebungen. Ziel ist es, rechtliche und regulatorische Vorgaben einzuhalten sowie sämtliche Formen von Korruption und Bestechung zu verhindern. Swiss Life legt auch grossen Wert darauf, Sanktionen und Embargos sowie die Regelungen zur Geldwäschereiprävention zu beachten und einzuhalten.

Regelmässige Risikobeurteilungen sowie ein permanentes und umfassendes Compliance- Reporting an den Revisionsausschuss des Verwaltungsrats und den Risikoausschuss der Konzernleitung werden zur Wahrung ihrer jeweiligen Verantwortlichkeiten durchgeführt. Diese unterstützen die Umsetzung aller erforderlichen Massnahmen auf Konzernstufe und auf Stufe der Geschäftseinheiten.

Das Compliance-Framework wird regelmässig überprüft, bei Bedarf überarbeitet und neuen Voraussetzungen angepasst. Die Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Kompetenzen von Compliance werden innerhalb des Governance-Frameworks von Swiss Life geregelt und dokumentiert.

Gegen Swiss Life wurden im Berichtsjahr keine wesentlichen Geldstrafen oder Bussgelder verhängt und das Unternehmen hat auch keine Vergleiche im Hinblick auf Korruptionsverfahren oder wettbewerbswidriges Verhalten geschlossen.


Weisungswesen

Damit die Umsetzung des Code of Conduct im Alltag greift, unterhält Swiss Life ein umfassendes Weisungswesen. In den Weisungen sind konzernweit verbindliche Mindeststandards definiert, die in allen Geschäftseinheiten in entsprechenden lokalen Regelungen umgesetzt sind. Die Weisungen werden periodisch auf Aktualität und Richtigkeit überprüft und wenn nötig neuen regulatorischen und geschäftsspezifischen Anforderungen angepasst.


Trainings

Regelmässige Trainings stellen sicher, dass die Mitarbeitenden über die relevanten Compliance- Themen und -Weisungen informiert sind. Alle Mitarbeitenden, die neu in das Unternehmen eintreten, werden gruppenweit innerhalb von sechs Monaten nach Stellenantritt zum Code of Conduct und zu wesentlichen Verhaltensregeln sowie zu den Vorgaben im Datenschutz und zur Datensicherheit geschult. Ebenfalls finden für alle neu für das Unternehmen tätigen Mitarbeitenden innerhalb derselben Zeitspanne Trainings zu Geldwäschereiprävention, Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung sowie Sanktionen und Embargos statt, sofern dies für ihre Tätigkeit relevant ist. Alle zwei Jahre absolvieren sämtliche Mitarbeitenden zudem ein Refresher-Training zu diesen Themen. Im Rahmen dieser Trainings bestätigen die Mitarbeitenden die Einhaltung des Code of Conduct. Die Teilnahme an den Schulungen ist obligatorisch und wird überprüft; es wird eine 100-prozentige Teilnahme- und Erfolgsquote angestrebt. Divisionen, welchen vom Regulator häufigere Trainings vorgeschrieben werden, absolvieren diese in höherer Frequenz. Zudem werden seit 2020 auch externe Berater oder andere Auftragnehmer zu Compliance- Themen geschult oder vertraglich verpflichtet, den Code of Conduct einzuhalten.


Datenschutz

Datenschutz hat bei Swiss Life Priorität. Alle rechtlichen, regulatorischen und internen Anforderungen werden gruppenweit umgesetzt. Im Bereich Datenschutz sind unternehmensweite Standards definiert, die mittels divisionsspezifischer Datenschutzweisungen und Datenschutzerklärungen konkretisiert und implementiert werden und sämtliche Geschäftsbereiche abdecken. Diese regeln die Verarbeitung, die Speicherung, die Löschung, die Archivierung und den Transfer von Daten und Dokumenten. Des Weiteren gibt es bei Swiss Life verbindliche Standards und Regelungen für die einheitliche Datenklassifikation, den Umgang mit personenbezogenen und besonders schützenswerten Daten und Geschäftsgeheimnissen sowie die Rechte betroffener Personen wie das Recht auf Auskunft, auf Berichtigung oder auf Löschung. Bei der Bearbeitung von personenbezogenen Daten hält sich Swiss Life konsequent an die jeweiligen anwendbaren Bestimmungen der Schweiz, der EU und andere lokale Gesetze. Swiss Life gibt Dritten personenbezogene Daten ausschliesslich zur Verarbeitung im Auftrag von Swiss Life bekannt.

Datenschutzverletzungen müssen umgehend an Compliance gemeldet werden und Informationssicherheitsvorfälle werden im Rahmen des operationellen Risikomanagements gruppenweit konsistent gehandhabt. Bei Datenschutzverletzungen bestehen im Rahmen des Compliance- Frameworks definierte Prozesse, die unter anderem die Information der betroffenen Personen und der Aufsichtsbehörden regeln.

Im Berichtsjahr gab es innerhalb der Swiss Life-Gruppe keine wesentlichen Datenschutzverletzungen.

Die einzelnen Divisionen verfügen über einen Datenschutzbeauftragten und stellen für alle Mitarbeitenden die obligatorischen, regelmässigen Schulungen zu diesem Thema sicher. Die Linie setzt diese Vorgaben um und deren Einhaltung wird im Zusammenwirken mit den jeweiligen divisionalen Compliance-Teams sowie auf Gruppenstufe beurteilt. Die Umsetzung und Einhaltung der geltenden Vorgaben wird regelmässig von Compliance evaluiert. Der Revisionsausschuss des Verwaltungsrats und der Risikoausschuss der Konzernleitung werden im Rahmen des Compliance- Reportings laufend über Datenschutzthemen informiert und nehmen damit ihre Verantwortung im Bereich Datenschutz wahr. Corporate Internal Audit überprüft den Bereich Datenschutz regelmässig im Rahmen seiner Revisionstätigkeiten und allfällige Schwachstellen werden mit geeigneten Massnahmen adressiert.

Die Sicherung und der Schutz der Daten werden mit geeigneten organisatorischen und technischen Schutzmassnahmen umgesetzt und sind Teil des Risikomanagements. Mehr Informationen zum Thema Risikomanagement finden sich im Geschäftsbericht im Kapitel Risikomanagement .

Nachhaltige Beschaffung

Bei der Zusammenarbeit mit externen Servicedienstleistern und Lieferanten verlangt Swiss Life, dass auch diese hohe Nachhaltigkeitsstandards erfüllen und ihre Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitenden, der Gesellschaft und der Umwelt wahrnehmen.



Swiss Life bezieht im Versicherungsgeschäft hauptsächlich Produkte und Dienstleistungen aus folgenden Kategorien:

  • Professional Services (wie beispielsweise Beratungsdienstleistungen)
  • Marketing und Public Relations
  • Human Resources
  • IT-Services und Telecom
  • IT-Software und IT-Hardware
  • Facility-Management-Dienste (u. a. Sicherheitspersonal, Gebäudeunterhalt, Reinigung) und General Services (Verpflegung, Strom, Gas etc.)
  • Reisen und Events

In der Schweiz handelt es sich bei den meisten Lieferanten und Servicedienstleistern um Anbieter aus dem Inland. Rund 20% stammen aus dem EU-Raum.

In ihren weiteren Kernmärkten Frankreich und Deutschland arbeitet Swiss Life ebenfalls weitgehend mit nationalen Lieferanten zusammen. In beiden Ländern machen ausländische Lieferanten weniger als 5% aus.

Bei der Zusammenarbeit mit grossen internationalen Unternehmen im IT-Bereich setzt Swiss Life an allen Standorten nach Möglichkeit auf deren Ländergesellschaften.

Swiss Life gehört zudem zu den führenden Immobilieninvestoren in Europa und ist Eigentümerin des grössten privaten Immobilienportfolios der Schweiz. Im Rahmen dieser Tätigkeit bezieht Swiss Life hauptsächlich externe Dienstleistungen im Bereich Architektur und Fachplanung sowie Bauhandwerksdienstleistungen.


Richtlinien für Lieferanten und Dienstleistungsanbieter

In allen Divisionen müssen Unternehmen, die mit Swiss Life zusammenarbeiten wollen, die Einhaltung der massgebenden gesetzlichen Bestimmungen sicherstellen können. Die Beurteilung der wichtigsten Lieferanten und Dienstleister ist im Risikomanagementframework der Swiss Life-Gruppe integriert.

Bei allfälligen Verletzungen der vereinbarten Standards verlangt Swiss Life Korrekturmassnahmen. Bei schwerwiegenden oder wiederholten Verstössen wird die Zusammenarbeit beendet. Das Recht zur möglichen Durchführung von Audits bei Lieferanten und Dienstleistern ist vertraglich vereinbart. In diesem Zusammenhang werden unter anderem Bestätigungen zu ISO-Zertifizierungen eingefordert und auf ihre Gültigkeit hin geprüft sowie die Berichte zu den Zertifizierungen analysiert.

Beim Abschluss von Verträgen mit Lieferanten und Dienstleistern in den Kernmärkten Schweiz, Frankreich und Deutschland erwartet Swiss Life, dass diese grundsätzlich die folgenden Standards gewährleisten:

  • Einhaltung von geltenden Umwelt- und Klimaschutzstandards
  • Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben zur Arbeitszeit und Sicherstellung von Bedingungen, die die Gesundheit und die Sicherheit der Arbeitnehmer schützen
  • Erfüllung der geltenden gesetzlichen Regelungen im Hinblick auf Löhne, Vergütung von Überstunden und Auszahlungen
  • Sicherstellung, dass ihre Mitarbeitenden in einem Arbeitsumfeld frei von Diskriminierung aufgrund von Rasse, Geschlecht, Religion, Herkunft, Invalidität, Alter, sexueller Orientierung, Behinderung oder anderen Merkmalen arbeiten können
  • Respektierung des Rechts der Angestellten auf Versammlungsfreiheit und Tarifverhandlungen
  • Verzicht auf Kinder- und Zwangsarbeit
  • Einhaltung der Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR)

In den Kernmärkten Schweiz, Frankreich und Deutschland bezieht Swiss Life bevorzugt Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen, die nachweislich über ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem (ISO 14001 oder EMAS) und eine allgemeine Qualitätszertifizierung (z. B. ISO 9001 oder ISAE 3402) verfügen.

In Frankreich setzt Swiss Life zur Überwachung von umweltbezogenen, sozialen und ethischen Risiken ihrer strategischen Lieferanten auf die EcoVadis-Methodologie. Diese basiert auf einem Rahmenwerk von 21 Corporate-Social-Responsibility-Kriterien. Die Methodologie lehnt sich an führende und anerkannte Standards wie die GRI Sustainability Reporting Standards, den «UN Global Compact» und ISO 26000 an und wird von einem internationalen wissenschaftlichen Komitee überwacht. Bei Ausschreibungen werden zudem standardmässig Fragen zu allfällig vorhandenen Ratingergebnissen im Bereich Nachhaltigkeit sowie zu ISO-Zertifizierungen gestellt und es wird je nach Fall entschieden, ob für die Zusammenarbeit eine Zertifizierung ein entscheidendes Kriterium ist.

Swiss Life ist bestrebt, die Überwachung der ökologischen, sozialen und ethischen Risiken ihrer strategischen Lieferanten durch geeignete Monitoring-Plattformen in allen ihren Kernmärkten auszubauen. Darüber hinaus hat Swiss Life Anfang 2020 eine gruppenweite Initiative zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der nachhaltigen Beschaffungsgrundsätze lanciert. Im Rahmen dieser Initiative hat Swiss Life die Beschaffung von Büro-IT-Equipment gruppenweit harmonisiert und beschafft über globale Verträge ausschliesslich Geräte mit Nachhaltigkeitssiegel. Bei der Neubeschaffung von Broschüren für Kundenberater hat Swiss Life auf zertifiziertes Papier umgestellt.