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Verantwortung in der Geschäftstätigkeit

Swiss Life stellt hohe Ansprüche an ihre Beratungs-, Dienstleistungs und Produktangebote. Sorgfalt und verantwortungsvolles Handeln sind Basis für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit wie auch für langfristige und nachhaltige Kunden- und Geschäftsbeziehungen.

Kundenorientierung

Kundenorientierung ist für Swiss Life von zentraler Bedeutung für den Unternehmenserfolg. Swiss Life misst die Kundenzufriedenheit an den wichtigsten Kontaktpunkten kontinuierlich. In allen Divisionen gibt es Customer-Centricity-Verantwortliche, die mit ihren Teams Kundenfeedbacks lokal analysieren.


Vier Fokusthemen der Kundenorientierung





Fortschritte bei der Kundenzufriedenheit

Kunden werden direkt nach einer Interaktion mit Swiss Life an ausgewählten Kontaktpunkten zu ihrer Erfahrung, Zufriedenheit und Weiterempfehlungsbereitschaft befragt. Wer eine negative Beurteilung abgegeben hat, wird innerhalb von 48 Stunden kontaktiert. Damit möchte Swiss Life sicherstellen, dass die Beweggründe für die negative Beurteilung verstanden werden und dem Kunden eine Lösung angeboten wird. Die Erhebung der Kundenzufriedenheit erfolgt in enger Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Marktforschungsinstitut.

Aus den Kundenfeedbacks will Swiss Life systemische Probleme erkennen und entsprechende Prozessoptimierungen anstossen. Auf Gruppenstufe werden die Erkenntnisse und Lehren untereinander geteilt.

Swiss Life hat ihr Direct-Customer-Feedback-Programm in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut. Seit der Lancierung 2014 hat Swiss Life insgesamt rund 150 000 Kundenfeedbacks erhalten und analysiert.


Entwicklung Direct-Customer-Feedback-Programm

Bei der quantitativen Messung der Kundenzufriedenheit stützt sich Swiss Life auf den Net Promoter Score (NPS). Dieser hält die Bereitschaft eines Kunden, einen Anbieter Familie und Freunden weiterzuempfehlen, fest. Der NPS wird konstant erhoben und quartalsweise intern rapportiert. Zudem ist der NPS Teil der Zielvereinbarung und Leistungsbewertung von Mitarbeitenden mit Kundenkontakt.

Über die letzten vier Jahre hat sich der NPS von Swiss Life durch die konsequente Analyse der Kundenfeedbacks und das Ableiten entsprechender Verbesserungen an den wichtigen Kontaktpunkten Beratung und Service Center positiv entwickelt.


Die Entwicklung des NPS am Kontaktpunkt Beratung

Schweiz EinzellebenSchweiz Swiss Life SelectFrankreichDeutschland Swiss Life SelectÖsterreich Swiss Life SelectUK Chase de Vere
2018+51+41+52+62+49+52
2017+52+39+46+53+44+56
2016+43+29n.a.+45+34+52
2015+36+26n.a.+39+22+48

Eine positive Tendenz zeigt auch die Weiterempfehlungsrate am Kontaktpunkt Service Center. So wollte z. B. in der Schweiz bei Messbeginn 2014 jeder Dritte Swiss Life aktiv weiterempfehlen, heute ist es bereits jeder Zweite.

Swiss Life Schweiz hat beispielsweise in den letzten Jahren wiederholt festgestellt, dass die Weiterempfehlungsbereitschaft jeweils zum Jahreswechsel sank. Diesem Effekt wurde erfolgreich entgegengewirkt, indem während dieser Zeit ein besonderer Fokus auf die Personalkapazitäten gelegt wurde.


Die Entwicklung des NPS am Kontaktpunkt Service Center in der Schweiz

Schweiz EinzellebenFrankreichDeutschland EinzellebenDeutschland Swiss Life Select
2018+33–13+10+11
2017+23–17+4+10
2016+13–28+3–7
2015+3–27–2–9

Kundenzentrierte Arbeitskultur fördern und verankern

Swiss Life erhebt die Wahrnehmung der Kundenorientierung auch alle zwei Jahre in einer internen Onlinebefragung. Der sogenannte Employees’ Customer Centricity Index (ECCI) fasst die Ergebnisse zusammen. Der Index steigerte sich in der letzten Messung 2017 im Vergleich zum Vorjahr um drei Indexpunkte auf 81. Die interne Wahrnehmung der Kundenorientierung hat sich 2017 in allen abgefragten Punkten verbessert.

Im Berichtsjahr wurde das Group Competency Model, in dem die Verhaltensgrundlagen für alle Mitarbeitenden und die Zusatzverantwortung der Führungskräfte festgehalten werden, überarbeitet. Die konsequente Sicht auf die Kunden ist dabei fester Bestandteil der Zielvereinbarung zwischen den Führungskräften und den Mitarbeitenden.

Produkte und Dienstleistungen

Swiss Life hat über 160 Jahre Erfahrung in der Beratung und der Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen im Lebensversicherungs- und Vorsorgegeschäft. Im Mittelpunkt aller Aktivitäten von Swiss Life stehen dabei stets die Kunden und ihre Bedürfnisse. Ziel von Swiss Life ist es, dass ihre Kunden ihr Leben selbstbestimmt und mit Zuversicht führen können.

Die Beratungs- und Produktstrategie von Swiss Life kombiniert einen bestmöglichen Kundennutzen mit einer profitablen Geschäftstätigkeit. Vorgaben der Regulatoren, etwa zur Solvenz, sowie äussere Faktoren, wie das Wirtschafts- und Zinsumfeld oder die demografische Entwicklung, müssen ebenso berücksichtigt werden. Die Optimierung und ständige Weiterentwicklung des bestehenden Angebots im Spannungsfeld aller Anspruchsgruppen, wie Kunden, Investoren, Aktionäre sowie Aufsichtsbehörden, sind dabei zentral.

Über eigene Agenten, Finanzberater und Vertriebspartner bietet das Unternehmen Privat- und Firmenkunden eine umfassende und individuelle Beratung sowie eine breite Auswahl an eigenen und Partnerprodukten an. Swiss Life Select, das auf Finanzplanung privater Haushalte und Vermittlung von Finanzprodukten spezialisierte Tochterunternehmen, sowie die Beraterinnen und Berater von Tecis, Horbach, Proventus, Chase de Vere und Fincentrum lassen ihre Kunden anhand des Best-Select-Ansatzes das für sie passende Produkt auswählen. Die Kunden erhalten somit Zugriff auf die Produktpalette der besten Anbieter am Markt. In Deutschland hat Swiss Life für Menschen, die sich eine klassische Berufsunfähigkeitsversicherung nicht leisten können, ein Produkt entwickelt, über das sie ihre Arbeitskraft preiswert absichern können. Swiss Life leistet damit einen Beitrag dazu, dass auch Menschen mit tieferen Einkommen ihre Vorsorge optimieren und Lücken schliessen können.

Transparente Produktinformation und Förderung des Finanzwissens

Swiss Life legt grossen Wert auf transparente und zugängliche Informationen zu den Produkt und Dienstleistungsangeboten. Mit verständlichen und umfassenden Dokumentationen unterstützt Swiss Life eine kundenorientierte Beratung. So stehen zu verschiedenen Versicherungsund Vorsorgethemen auf den lokalen Internetseiten oder Kundenportalen unterstützende Videosequenzen zur Verfügung und Publikationen zum Download bereit.

Swiss Life will Menschen dabei unterstützen, Finanzwissen zu erwerben, damit sie bessere Entscheidungen treffen können. Das Vertrauen in die eigenen Finanzen und das Wissen darüber ist eine Grundvoraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben und finanzielle Zuversicht. Darum unterstützt Swiss Life seit Jahren die Schweizer Finanzwissensplattform fintool.ch. Das Internet-Start-up arbeitet mit Kurzvideos, die komplexe Sachverhalte aus der Wirtschafts- und Finanzwelt oder aus der Politik einfach auf den Punkt bringen. In Deutschland setzt sich Swiss Life über die Swiss Life Stiftung für Chancenreichtum und Zukunft ebenfalls für Projekte ein, die den Aufbau von Finanzwissen fördern.

Kundenorientierung und gruppenweite Standards für Leistungsversprechen

Langfristige Leistungszusagen sowie Verpflichtungen aus Vorsorge- und Finanzprodukten erfordern im Vorfeld eine genaue Analyse des rechtlichen und regulatorischen Umfelds und des damit zusammenhängenden Risikos. Dies ist auch die Basis für eine kundenorientierte Beratung und trägt wesentlich dazu bei, Fehlberatungen oder Verstösse sowie mögliche daraus resultierende Konsequenzen zu vermeiden.

Die konkrete Ausgestaltung von Produkten und Dienstleistungen erfolgt nach gruppenweiten Standards und nach strenger Massgabe des lokalen regulatorischen Umfelds sowie der lokalen Gesetzgebung. Es ist sichergestellt, dass die lokalen Compliance-Teams auch bei bestehenden Produkten und Dienstleistungen Anpassungen vornehmen können. Ebenso werden die gruppenweiten Standards zur Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen bei Bedarf den Rahmenbedingungen angepasst.

Das Produktmanagement wird über verschiedene Weisungen auf Gruppenstufe geregelt. Swiss Life hat dafür einen einheitlichen, auditierbaren Produktentwicklungsprozess etabliert. Er definiert zum einen Mindestanforderungen an die lokale Produktentwicklung und zum anderen den Genehmigungs- und Eskalationsprozess für Initiativen auf Gruppenstufe. Selbstverständlich sind die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften, der konkrete Kundennutzen sowie die Qualität der Kundendokumentation wesentliche Kriterien im Rahmen der Beurteilung.

Die gruppenweit verbindlichen Regelungen werden lokal in entsprechenden Weisungen umgesetzt. Swiss Life überprüft ihre Produktlösungen regelmässig.

Compliance bei Swiss Life

Swiss Life legt in ihrem gesamten Tätigkeitsgebiet grossen Wert darauf, alle Rechtsvorschriften und regulatorischen Vorgaben einzuhalten. Ein wichtiges Instrument ist der Code of Conduct. Darin sind die gruppenweit gültigen Werte und Grundsätze von Swiss Life sowie verpflichtende Verhaltensregeln für alle Mitarbeitenden festgehalten.

Der Code of Conduct enthält Verhaltensanweisungen zu folgenden Themen:


2018 wurde der gruppenweit gültige Code of Conduct überarbeitet und per 1. Januar 2019 publiziert. Er kann unter www.swisslife.com/de/coc eingesehen werden.

Zusätzlich zum Code of Conduct besteht bei Swiss Life ein umfassendes Weisungswesen. In den Weisungen sind konzernweit verbindliche Mindeststandards definiert, die in allen Geschäftseinheiten in entsprechenden lokalen Regelungen umgesetzt sind. Regelmässige Trainings stellen sicher, dass die Mitarbeitenden über die relevanten Compliance-Themen und -Weisungen informiert sind. Alle Mitarbeitenden, die neu in das Unternehmen eintreten, werden gruppenweit innerhalb von sechs Monaten nach Stellenantritt zum Code of Conduct und zu wesentlichen Verhaltensregeln sowie zu den Vorgaben im Datenschutz und zur Datensicherheit geschult. Ebenfalls finden für alle neu für das Unternehmen tätigen Mitarbeitenden innerhalb derselben Zeitspanne Trainings zu Geldwäschereiprävention, Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung und Sanktionen und Embargos statt, sofern dies für ihre Tätigkeit relevant ist. Alle zwei Jahre absolvieren sämtliche Mitarbeitenden zudem ein Refresher-Training zu diesen Themen. Die Teilnahme an den Schulungen ist obligatorisch und wird überprüft; dadurch wird eine 100-prozentige Teilnahme- und Erfolgsquote angestrebt. Divisionen, welchen vom Regulator häufigere Trainings vorgeschrieben werden, absolvieren diese in höherer Frequenz.

Swiss Life verfügt über etablierte Prozesse, welche die angemessene Identifikation, Steuerung und Kontrolle der Compliance- und Datenschutzrisiken sicherstellen. Die Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Kompetenzen von Compliance sind ebenfalls innerhalb des Weisungswesens definiert.

Datenschutz

Der Datenschutz wird bei Swiss Life sehr ernst genommen und alle rechtlichen, regulatorischen und internen Anforderungen werden umgesetzt. Im Bereich Datenschutz sind unternehmensweite Standards definiert, die mittels divisionsspezifischer Weisungen konkretisiert und implementiert werden. Diese regeln die Verarbeitung, Speicherung, Löschung, Archivierung und den Transfer von Daten und Dokumenten, eine einheitliche Datenklassifikation, den Umgang mit personenbezogenen Daten sowie besonders schützenswerten Daten und Geschäftsgeheimnissen. Datenschutzverletzungen müssen an Compliance gemeldet werden und im Rahmen des operationellen Risikomanagements werden Informationssicherheitsvorfälle gruppenweit konsistent gehandhabt. Im Berichtsjahr gab es innerhalb der Swiss Life-Gruppe keine wesentlichen Datenschutzverletzungen.

Die einzelnen Divisionen verfügen über einen Datenschutzbeauftragten und stellen für alle Mitarbeitenden die obligatorischen, regelmässigen Schulungen zu diesem Thema sicher. Die Linie setzt diese Vorgaben um und deren Einhaltung wird im Zusammenwirken mit den jeweiligen divisionalen Compliance-Teams sowie auf Gruppenstufe beurteilt. Die Umsetzung und Einhaltung der geltenden Vorgaben wird regelmässig von Compliance beurteilt. Corporate Internal Audit überprüft den Bereich Datenschutz regelmässig im Rahmen seiner Revisionstätigkeiten und allfällige Schwachstellen werden mit geeigneten Massnahmen adressiert.

Die Sicherung und der Schutz der Daten werden mit geeigneten organisatorischen und technischen Schutzmassnahmen umgesetzt und sind Teil des Risikomanagements. Mehr Informationen zum Thema Risikomanagement finden sich im Geschäftsbericht im Kapitel Risikomanagement.

Gesetzeskonforme Geschäftstätigkeit

Compliance überwacht und beurteilt das rechtliche sowie das regulatorische Umfeld und berücksichtigt dabei auch die lokale Gesetzgebung. Ziel ist es, Verstösse gegen rechtliche bzw. regulatorische Vorgaben zu vermeiden, inklusive der Verhinderung sämtlicher Formen von Korruption und Bestechung. Swiss Life legt auch grossen Wert darauf, Sanktionen und Embargos zu beachten. Regelmässige Risikobeurteilungen sowie ein permanentes und umfassendes Compliance-Reporting an die obersten Leitungsgremien unterstützen die Umsetzung aller erforderlichen Massnahmen auf Konzernstufe und auf Stufe der Geschäftseinheiten. Das Compliance-Framework wird regelmässig überprüft, bei Bedarf überarbeitet und neuen Voraussetzungen angepasst.

Gegen Swiss Life wurden im Berichtsjahr keine Geldstrafen oder wesentlichen Bussgelder verhängt und das Unternehmen hat auch keine Vergleiche im Hinblick auf Korruptionsverfahren geschlossen.

Nachhaltige Profitabilität

Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die nachhaltige Profitabilität von Swiss Life sind Grundvoraussetzungen für die erfolgreiche und langfristige Unternehmensführung. Dank der konsequenten Umsetzung ihrer Pläne hat Swiss Life die letzten drei Unternehmensprogramme mit Erfolg ins Ziel geführt und ihr Geschäftsmodell in einem anspruchsvollen politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Umfeld laufend weiterentwickelt.

Der Tätigkeitsbereich von Swiss Life ist auf Langfristigkeit ausgelegt. Die Versprechen gegenüber Kunden müssen über Jahrzehnte Bestand haben. Im Lebensversicherungsgeschäft spielt deshalb eine langfristige Anlagepolitik eine zentrale Rolle. Swiss Life hat die Anlagestrategie so ausgerichtet, dass die Zinsmarge auch bei tief bleibenden Zinsen mehr als drei Jahrzehnte positiv ist. Zudem hat Swiss Life in den letzten Jahren das Geschäftsmodell fortlaufend weiterentwickelt. Mit dem erfolgreichen Ausbau der Vermögensverwaltung für Drittkunden, den unabhängigen Beraterkanälen, modernen Produkten wie auch neuen Initiativen hat Swiss Life in den letzten Jahren den Beitrag aus dem sogenannten Fee-Geschäft deutlich erhöht und damit die Abhängigkeit vom Anlageergebnis reduziert. Neben dem Fokus auf Profitabilität bleibt die Kapitaleffizienz eine relevante Steuerungsgrösse im Neugeschäft.

Swiss Life berichtet regelmässig über die strategischen Schwerpunkte. Im Rahmen des Investorentages im November 2018 legte Swiss Life ihre Pläne für ihr Unternehmensprogramm bis 2021 vor. Mit «Swiss Life 2021» setzt das Unternehmen auf eine kontinuierliche und zugleich ambitionierte Weiterentwicklung der Ertragsquellen, der Effizienz sowie der Ausschüttung an die Aktionäre. Dies baut auf vier strategischen Stossrichtungen auf und umfasst konkrete finanzielle Zielsetzungen für die Jahre 2019 bis 2021.

Weitere Informationen zum Unternehmensprogramm und zur Strategie der Swiss Life-Gruppe finden sich im Geschäftsbericht im Kapitel «Strategie & Marke».

Verantwortung in der Anlagetätigkeit

Im Zentrum der Aufgabe als Vermögensverwalterin für die eigenen Versicherungsgesellschaften wie auch für Drittkunden – zum Beispiel Pensionskassen, andere Versicherungsgesellschaften sowie Privatinvestoren über Kollektivanlagen – stehen für Swiss Life der langfristige Schutz der Kundengelder und der optimale Einsatz des Risikokapitals. Die Anlage der Vermögen soll sicher, rentabel und in der Gesamtheit liquide sein. Aufgrund der lange laufenden Verpflichtungen investiert Swiss Life vor allem in festverzinsliche Wertschriften, zum Beispiel Staats- und Unternehmensanleihen, in Immobilien sowie in Aktien- und Infrastrukturanlagen. Dabei beruhen die Anlageentscheidungen von jeher auf einer langfristigen Beurteilung von Risiken und Renditen.

1 Total verwaltete Vermögen Versicherungsgeschäft und Drittkunden

 

Als konsequente Weiterführung der Anlagephilosophie integriert Swiss Life systematisch ökologische und soziale Faktoren sowie Fragen einer guten Unternehmensführung – environment, social and governance, die so genannten ESG-Faktoren – in den Anlageprozess und das Risikomanagement sämtlicher Anlageklassen. Dadurch werden die Nachhaltigkeitsaspekte sowohl im Risikomanagementansatz wie auch in den Anlageentscheidungen erfasst und gestärkt und beispielsweise mögliche Auswirkungen auf den Klimawandel beurteilt.

Zudem richtet Swiss Life ihre Anlageziele auch auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Kunden aus, die vermehrt mehr als nur finanzielle Aspekte bei ihren Anlageentscheidungen berücksichtigen möchten. Dies führt auch dazu, dass die Qualität des Anlageportfolios gesteigert wird. Als Beispiel einer solchen spezifischen Kundenlösung hat Swiss Life in Deutschland 2018 über einen Spezialfonds EUR 100 Millionen in eine von der Weltbank lancierte Anleihe zur Finanzierung nachhaltiger Wasserprojekte investiert.

Bei Investitionen in Wertschriften – dazu gehören u. a. Aktien oder Unternehmens- und Staatsanleihen – greift Swiss Life auf Analysen eines internationalen, unabhängigen ESG-Forschungsund Bewertungsdienstleisters zurück. Dadurch hat Swiss Life Zugang zu ESG-Informationen von weltweit über 13 000 Emittenten und kann Risiken aus sozialen Kontroversen z. B. durch Arbeitsrechtsverletzungen, Mängel in der Unternehmensführung sowie Anzeichen für Korruption oder Umweltrisiken in Bezug auf den Klimawandel frühzeitig erkennen.

Mit der Integration der ESG-Kriterien will Swiss Life eine breitere Informationsbasis für ihre Anlageentscheide schaffen und dadurch in den Anlageportfolios eine ausgewogenere Risikoabdeckung erreichen. Swiss Life hat ihre Prinzipien für das verantwortungsbewusste Anlegen in einem Grundsatzpapier zusammengefasst, das auf www.swisslife-am.com/responsible-investment einsehbar ist.

2018 hat Swiss Life die von den Vereinten Nationen unterstützten Prinzipien für verantwortliches Investieren (Principles for Responsible Investment – PRI) unterzeichnet. Im ersten Quartal 2019 publiziert Swiss Life in diesem Zusammenhang erstmals einen öffentlich einsehbaren Bericht (PRI Transparency Report). Im Berichtsjahr ist Swiss Life zudem unter anderem der Institutional Investors Group on Climate Change (IIGCC) und dem European Sustainable Investment Forum (EuroSIF) beigetreten.

Swiss Life vertritt als Vermögensverwalterin die Interessen ihrer Kunden auch bei der Stimmrechtsausübung. Dabei berücksichtigt Swiss Life in den Abstimmungsrichtlinien auch ESG-Kriterien und überprüft vertieft Abstimmungen zu Nachhaltigkeitsthemen.

Nachhaltig bauen und sanieren

Swiss Life gehört zu den führenden Immobilieninvestoren in Europa und ist Eigentümerin des grössten privaten Immobilienportfolios der Schweiz. Die langfristige Werterhaltung und -steigerung wie auch die Sicherung der nachhaltigen Erträge ist für Swiss Life von zentraler Bedeutung. Alle Entscheidungen orientieren sich deshalb an einem langfristigen Immobilienlebenszyklus.

ESG-Kriterien sind bei Immobilientransaktionen Teil des Akquisitionsprozesses. Sie dienen dazu, Risiken zu erkennen und das Risikobewusstsein zu schärfen. Bei der Immobilienentwicklung spielen Nachhaltigkeitsaspekte von der Machbarkeitsstudie bis hin zum Bauentscheid eine zentrale Rolle. Dabei werden Energie-Mindeststandards definiert, die ökologischen Risikoprofile geprüft oder die sozioökonomischen Auswirkungen von Immobilienentwicklungsprojekten analysiert. Dieser Ansatz erfordert, dass der Immobilienbestand bezüglich Umwelt und Gesellschaft laufend optimiert wird. Dabei ist Swiss Life bestrebt, den Energieverbrauch zu senken, um damit unter anderem auch einen positiven Effekt auf den Klimawandel zu erzielen. Im Immobilienunterhalt werden ESG-Kriterien sowohl in den Unterhalts- als auch in den Sanierungszyklen berücksichtigt. Mittels dem jeweiligen Standort angepasster Strategien überwacht Swiss Life, dass die finanziellen Ziele erreicht und die Nachhaltigkeit der Gebäude optimiert wird.

Seit 2018 bewertet Swiss Life ihre nachhaltige Immobilienbewirtschaftung entlang dem Global Real Estate Sustainability Benchmark (GRESB). Dies ermöglicht Swiss Life, für Teile ihres Immobilienportfolios die Nachhaltigkeitsaspekte konsequent zu messen und in die Bewirtschaftung zu integrieren.

Neben der jährlichen GRESB-Überprüfung werden sämtliche Risiken im Immobilienbereich auf Liegenschaftsebene kontinuierlich überwacht und mit modernsten Analyse- und Benchmarkingmethoden im Detail durchleuchtet. Im Fokus stehen Objekt- und Marktrisiken wie auch das frühzeitige Erkennen von strukturellen und sozioökonomischen Veränderungen.

In der Schweiz hat Swiss Life ihr Immobilienportfolio im Direktbestand auf seine energetische Effizienz geprüft und will diese kontinuierlich verbessern. Für die neuste verfügbare Abrechnungsperiode 2016/2017 weist der Immobilienbestand einen Energieverbrauch (ohne Mieterstrom) von 103,6 kWh/m2 Energiebezugsfläche (EBF) und CO2-Emissionen von 19,9 kg/m2 EBF auf. Der Anteil erneuerbarer Energie beträgt rund 7%. Dank gezielten Betriebsoptimierungen wie dem Einsatz von effizienteren Haustechnikanlagen und Massnahmen zur Instandsetzung sollen der Energieverbrauch sowie die CO2-Emissionen bis 2023 um rund 8% gesenkt werden. Zudem wird mit einer gezielten Reduktion von fossilen Energieträgern (Gasanteil 54% und Ölanteil 29%) zugunsten von erneuerbaren Energiequellen (Photovoltaik, Geothermie, Fluss- und Seewassernutzung, Pellets u. Ä.) auf eine Verringerung der CO2-Emissionen hingearbeitet.

Aufgrund der zunehmenden Knappheit von verfügbaren Bauflächen ist Verdichtung aus ökonomischer wie auch ökologischer Sicht eine sinnvolle Strategie, um zusätzliche Flächenbedürfnisse zu decken und Wachstum im Portfolio zu realisieren. Eine interne Analyse von rund 800 Liegenschaften im Schweizer Immobilienportfolio von Swiss Life hat aufgezeigt, dass bei 15% des Immobilienbestandes ein nachhaltiges Verdichtungspotenzial vorhanden ist. Bei rund 50 Liegenschaften liegt eine Reserve von mehr als 1000 m2 Hauptnutzfläche brach, bei den übrigen Objekten ist eine Reserve von 300 bis 1000 m2 vorhanden.

Ein Beispiel für erfolgreiche Verdichtung ist der Ersatzneubau an der Baslerstrasse 71 in Zürich. Hier wird ein veralteter Gewerbebau mit 4200 m2 aus dem Jahr 1960 durch ein neues Wohnhochhaus mit 161 Wohnungen sowie einer Gewerbefläche von 1100 m2 ersetzt. Total entstehen hier bis im Jahr 2021 neu über 14 000 m2 an Wohn- und Gewerbefläche.

Wohnhochhaus Baslerstrasse 71 in Zürich


Das Projekt Buckhauserstrasse 41 in Zürich ist ein weiteres Beispiel einer Verdichtung. Auch hier werden Büroflächen zu Wohnflächen umgenutzt. Anstelle der bestehenden Büroliegenschaft mit 5943 m2 Bürofläche wird ein Ersatzneubau mit 8790 m2 Wohnfläche, aufgeteilt auf 109 Wohnungen und 1142 m2 Gewerbefläche, erstellt.

In Frankreich hat Swiss Life 2018 ihr ESG-Bewertungsraster im Rahmen ihrer nachhaltigen Immobilienstrategie verfeinert und auf alle Objekte in den Nutzungsklassen Büros, Einzelhandel, Wohnungen, Hotels, Gesundheitseinrichtungen und Studentenwohnheime angewendet. Parallel dazu wurde ein System für die Messung der Energieeffizienz eingeführt. Zudem wurde das Klimarisiko aller Objekte analysiert, wobei sowohl das aktuelle Risiko als auch Risiken im Zusammenhang mit der Energiewende berücksichtigt wurden.

Für 2019 ist die Berechnung der CO2-Bilanz aller Immobilien vorgesehen und gleichzeitig die Einführung eines Reporting-Portals, das eine einheitliche und umfassende Sicht auf die Nachhaltigkeitsperformance der einzelnen Fonds und Mandate ermöglicht.

32-geschossiges Bürogebäude in Marseille, das Umweltzertifizierungen wie HQE Excellent und Leed Gold gerecht wird. © AJN


In Deutschland verfügt die Tochtergesellschaft Corpus Sireo über umfangreiches Wissen bei der nachhaltigen Bewirtschaftung von Immobilien und bei Projektentwicklungen. Sowohl im Wohnungsbau als auch im Gewerbesegment wurden zahlreiche energieeffiziente Neubauvorhaben realisiert. Als Beispiel gilt der Erwerb eines mit LEED Platinum vorzertifizierten Neubauprojekts in Augsburg. Das Objekt zeichnet sich durch folgende Nachhaltigkeitsaspekte aus: Flächenaufteilung mit einer Open-Space-Gestaltung, eine Solaranlage auf dem Dach sowie Betonkernaktivierung zur Heizkostenoptimierung. Die Beleuchtung erfolgt komplett mit LED und als Beitrag zur ökologischen Mobilität sind sechs Stromtankstellen verfügbar.

Die mit LEED Platinum vorzertifizierte Büroimmobilie in Augsburg ist Teil eines Immobilienfonds von Corpus Sireo.


Bei Mayfair Capital in Grossbritannien sind ökologische und ökonomische Nachhaltigkeitsaspekte ebenfalls fester Bestandteil im Anlageprozess und im Risikomanagement. Dazu werden bewusst Objekte ausgewählt, die bereits nachhaltig sind und über eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr verfügen, oder solche, deren Potenzial mittels Verbesserungen besser ausgeschöpft werden kann. Zudem werden Energieverbrauch, Abfallverwertung und Wasserverbrauch überwacht und gemessen. Nach dem Kauf einer Immobilie werden in der Regel Massnahmen zur Betriebsoptimierung eingeleitet. Diese umfasst unter anderem die Optimierung von Gebäudeverwaltungssystemen (Heizung und Kühlung), die Installation von LED-Beleuchtung und Bewegungsmeldern, den Einsatz von Wassersparvorrichtungen sowie die Verbesserung der Recyclingeinrichtungen.

Risiko- und Trendmonitoring

Sämtliche Risiken im Immobilienbereich werden auf Liegenschaftsebene kontinuierlich überwacht und mit modernsten Analyse- und Benchmarking-Methoden im Detail durchleuchtet. Im Fokus stehen Objekt- und Marktrisiken wie auch das frühzeitige Erkennen von strukturellen und sozioökonomischen Veränderungen.

Nachhaltige Beschaffung

Die Swiss Life-Gruppe legt als führende europäische Anbieterin von umfassenden Vorsorge- und Finanzlösungen grossen Wert darauf, im eigenen Betrieb Umwelt- und Sozialstandards einzuhalten. Bei der Zusammenarbeit mit externen Servicedienstleistern und Lieferanten fordert Swiss Life, dass auch diese hohe Nachhaltigkeitsstandards erfüllen und ihre Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitenden, der Gesellschaft und der Umwelt wahrnehmen.

Swiss Life bezieht hauptsächlich Produkte und Dienstleistungen aus folgenden Kategorien:

  • Professional Services (wie beispielsweise Beratungsdienstleistungen)
  • Marketing und Public Relations
  • Human Resources
  • IT-Services und Telecom
  • IT-Software und IT-Hardware
  • Facility-Management-Dienste (u. a. Sicherheitspersonal, Gebäudeunterhalt, Reinigung) und General Services (Verpflegung, Strom, Gas etc.)
  • Reisen und Events

Swiss Life gehört zu den führenden Immobilieninvestoren in Europa und ist Eigentümerin des grössten privaten Immobilienportfolios der Schweiz. Im Rahmen dieser Tätigkeit bezieht Swiss Life hauptsächlich externe Dienstleistungen im Bereich von Architektur- und Fachplanerdienstleistungen sowie allgemeine Bauhandwerksdienstleistungen.

Lokale Verteilung der Lieferanten und Rolle des Sourcing

In der Schweiz handelt es sich bei den meisten Lieferanten und Servicedienstleistern um Anbieter aus dem Inland. Rund 20% stammen aus dem EU-Raum.

In ihren weiteren Kernmärkten Frankreich und Deutschland arbeitet Swiss Life ebenfalls weitgehend mit nationalen Lieferanten zusammen. In beiden Ländern machen ausländische Lieferanten weniger als 5% aus.

Bei der Zusammenarbeit mit grossen internationalen Unternehmen im IT-Bereich setzt Swiss Life an allen Standorten nach Möglichkeit auf deren Ländergesellschaften.


Sourcing bei Swiss Life

Vorgaben für Lieferanten und Servicedienstleister

In der Schweiz und in Frankreich hält Swiss Life in Verträgen mit Lieferanten und Servicedienstleistern fest, dass diese grundsätzlich folgende Standards gewährleisten müssen:

  • Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben zur Arbeitszeit und Sicherstellung von Bedingungen, die weder die Gesundheit noch die Sicherheit der Arbeitnehmer tangieren
  • Erfüllung der geltenden gesetzlichen Regelungen im Hinblick auf Löhne, Vergütung von Überstunden und Auszahlungen
  • Sicherstellung, dass ihre Mitarbeitenden in einem Arbeitsumfeld frei von Diskriminierung aufgrund von Rasse, Geschlecht, Religion, Herkunft, Invalidität, Alter, sexueller Orientierung, Behinderung oder anderer Merkmale arbeiten können
  • Respektierung des Rechts der Angestellten auf Versammlungsfreiheit und Tarifverhandlungen
  • Verzicht auf Kinder- und Zwangsarbeit
  • Einhaltung von geltenden Umwelt- und Klimaschutzstandards

Swiss Life Deutschland hält in den Verträgen mit ihren Partnern unter anderem fest, dass in deren Betrieben sämtliche Arbeitsschutzbestimmungen sowie die Auszahlung des Mindestlohns gewährleistet sein müssen. Bei Produkten, die eingekauft werden, prüft Swiss Life Deutschland zudem deren Umweltverträglichkeit und Rezyklierbarkeit.

Standortübergreifend müssen alle Unternehmen, die mit Swiss Life zusammenarbeiten möchten, gewährleisten, dass die Einhaltung der massgebenden gesetzlichen Vorschriften sichergestellt ist. Die Beurteilung wesentlicher Lieferanten und Servicedienstleister ist im Risikomanagementframework der Swiss Life-Gruppe integriert.

Bei Verstössen gegen vereinbarte Standards fordert Swiss Life entsprechende Korrekturen. Bei schwerwiegenden oder sich wiederholenden Verfehlungen wird die Zusammenarbeit beendet.

In Frankreich setzt Swiss Life zur Überwachung von umweltbezogenen, sozialen und ethischen Risiken ihrer strategischen Lieferanten auf die EcoVadis-Methodologie. Diese basiert auf einem Rahmenwerk von 21 Corporate-Social-Responsibility-Kriterien. Die Methodologie lehnt sich an führende und anerkannte Standards wie Global Reporting Initiative (GRI), «UN Global Compact » und ISO 26000 an und wird von einem internationalen wissenschaftlichen Komitee überwacht.

Swiss Life bedingt sich vertraglich aus, dass sie bei Lieferanten und Servicedienstleistern Audits durchführen kann. In diesem Zusammenhang werden u. a. Bestätigungen zu ISO-Zertifizierungen eingefordert und auf ihre Gültigkeit hin geprüft sowie die Berichte zu den Zertifizierungen analysiert.

Am Standort Schweiz bezieht Swiss Life zudem bevorzugt Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen, die über ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem (ISO 14001 oder EMAS) verfügen und eine generelle Qualitätszertifizierung (z. B. ISO 9001 oder ISAE 3402) nachweisen können.

Swiss Life Frankreich stellt bei Ausschreibungen standardmässig Fragen zu allfällig vorhandenen Ratingergebnissen im Bereich Corporate Responsibility sowie zu ISO-Zertifizierungen und entscheidet je nach Fall, ob für die Zusammenarbeit eine Zertifizierung ein entscheidendes Kriterium ist.


Gruppenweite Grundsätze für die nachhaltige Beschaffung

 

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