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Swiss Life stellt hohe Ansprüche an ihre Beratungs-, Dienstleistungs und Produktangebote. Sorgfalt und verantwortungsvolles Handeln sind Basis für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit wie auch für langfristige und nachhaltige Kunden- und Geschäftsbeziehungen.

Kundenorientierung

Kundenorientierung ist eine strategische Stossrichtung von Swiss Life und Teil des Unternehmensprogramms «Swiss Life 2018». Swiss Life will bis Ende 2018 Verbesserungen in der Kundenzufriedenheit, im Angebot und in der kundenzentrierten Arbeitsweise erzielen.

Fortschritte bei der Kundenzufriedenheit

Swiss Life misst an den wichtigsten Kontaktpunkten kontinuierlich das Kundenfeedback. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Marktforschungsinstitut. Kunden werden direkt nach einer Interaktion mit Swiss Life zu ihrer Erfahrung, Zufriedenheit und Weiterempfehlungsbereitschaft befragt. Wer eine negative Beurteilung abgegeben hat, wird innerhalb von 48 Stunden kontaktiert. Damit möchte Swiss Life sicherstellen, dass die Beweggründe für die negative Beurteilung nachvollzogen werden und dem Kunden eine Lösung angeboten wird.

Darüber hinaus sollen systemische Probleme erkannt und Prozessoptimierungen angestossen werden. Sämtliche Kundenfeedbacks werden lokal von den Customer-Centricity-Verantwortlichen und ihren Teams analysiert. Die daraus abgeleiteten Prozesse sind etabliert und in der Organisation verankert.

Als wichtige Messgrösse in Kundenzufriedenheitsbefragungen hat sich der Net Promoter Score (NPS) etabliert. Dieser bezeichnet die Bereitschaft eines Kunden, einen Anbieter Familie und Freunden weiterzuempfehlen. Dass die Weiterempfehlungsbereitschaft eine wichtige Grösse ist, zeigt auch eine Analyse von Swiss Life Schweiz. In dieser haben rund 53% der befragten Kunden erklärt, dass sie aufgrund von Weiterempfehlungen im Familien- und Freundeskreis auf Swiss Life aufmerksam geworden sind. Die Entwicklung des NPS wird regelmässig rapportiert und in die Leistungsbewertung von Mitarbeitenden mit Kundenkontakt eingebunden.

Über die letzten vier Jahre hat sich der NPS bei Swiss Life über alle Kontaktpunkte hinweg positiv entwickelt. Dies ist das Ergebnis der regelmässigen Feedbackanalysen und der daraus entwickelten Massnahmen.

Ein Beispiel dafür sind die Kundenbriefe in Deutschland. Zahlreiche Kunden bemängelten in ihren Feedbacks, dass die Inhalte der Kundenbriefe zu kompliziert seien. Die Kundenbriefe wurden daraufhin verständlicher geschrieben und besser strukturiert, was zur Folge hatte, dass sich die Anzahl Anrufe im Kundenservicecenter in München um 25% reduzierten. Die positive Entwicklung des NPS im Kundenservicecenter bestätigt, dass diese Massnahme einen langfristig positiven Effekt auf die Weiterempfehlungsbereitschaft hatte.

Die Entwicklung des NPS beim postalischen Kontaktpunkt in Deutschland


Auch in der Schweiz konnte beim Kontaktpunkt Service Center eine deutliche Steigerung des NPS erreicht werden. Die Feedbacks werden täglich ausgewertet und mit den Mitarbeitenden geteilt. Dass die Leistungsbeurteilung direkt vom Kunden stammt, führte zu einem höheren Bewusstsein für den eigenen Service und hatte für die Mitarbeitenden zusätzliches Motivationspotenzial, sich an den kritisierten Punkten zu verbessern.

Die Entwicklung des NPS am Kontaktpunkt Service Center in der Schweiz


Kundenzentrierte Arbeitskultur fördern und verankern

Swiss Life erhebt die Wahrnehmung der Kundenorientierung jährlich auch in einer Onlinebefragung ihrer Mitarbeitenden. Der sogenannte Employees’ Customer Centricity Index (ECCI) fasst die Ergebnisse zusammen. Der Index steigerte sich 2017 im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozentpunkte auf 81%. Die interne Wahrnehmung der Kundenorientierung hat sich 2017 in allen abgefragten Punkten verbessert.

Employees’ Customer Centricity Index (ECCI)


In allen Ländergesellschaften gibt es verschiedene Initiativen zur Förderung der Innovationskraft, wobei die Mitarbeitenden in die Ausarbeitung neuer Prozesse miteinbezogen werden. Sie bilden einen grossen Ideenpool, kennen die Organisation und deren Prozesse aus ihrem Alltag und sehen, was daran verbessert werden könnte.

In der Schweiz ist der Design-Thinking-Ansatz ein wichtiger Bestandteil für die Verankerung einer kundenzentrierten Arbeitsweise in der Organisation. Für eine strategische Initiative – die Ansprache der Altersgruppe 65+ – wurde 2017 nach den Methoden des Design Thinking zuerst eine intensive Evaluation der Zielgruppe durchgeführt. Auf dieser Basis wurden im Anschluss Angebotsideen entwickelt und direkt bei potenziellen Kunden getestet. Mit dieser Herangehensweise wird der Prozess zur Entwicklung neuer Angebote mit hohem Kundennutzen effizient gestaltet und für Swiss Life werden neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnet.

In Deutschland werden in Fokusgruppen mit Mitarbeitenden verschiedener Abteilungen kontinuierlich neue Dienstleistungen und Prozesse entwickelt und getestet. So wurde 2017 unter anderem für den Vertrieb ein digitaler Servicepunkt eingerichtet, bei dem die Finanzberater neue Unterlagen bestellen oder sich mit Fragen direkt an die zentrale Dienststelle wenden können.

In Frankreich werden zweimal jährlich die «Innovathons» durchgeführt. Mitarbeitende aus der ganzen Organisation bringen in diesem Rahmen konkrete Verbesserungsvorschläge für Prozesse, Services oder Produkte ein, die in gemischten Teams besprochen werden und deren Umsetzung geplant wird. Dank diesen Innovathons wurden unter anderem ein Leitfaden für die Callcenter-Mitarbeitenden erarbeitet sowie interne Arbeits- und Management-Tools angepasst und verbessert.

Produkte und Dienstleistungen

Swiss Life hat über 160 Jahre Erfahrung in der Entwicklung von innovativen und kundenorientierten Produkten im Lebensversicherungs- und Vorsorgegeschäft. Im Mittelpunkt aller Aktivitäten von Swiss Life stehen stets die Kunden und ihre Bedürfnisse. Ziel von Swiss Life ist es, dass ihre Kunden ihr längeres Leben selbstbestimmt und mit Zuversicht führen können.

Die Produktstrategie von Swiss Life kombiniert einen bestmöglichen Kundennutzen und die Profitabilität des Unternehmens. Vorgaben der Regulatoren, etwa zur Solvenz, sowie äussere Faktoren, wie das Wirtschafts- und Zinsumfeld oder die demografische Entwicklung, müssen ebenso berücksichtigt werden. Die Optimierung und ständige Weiterentwicklung des bestehenden Angebots im Spannungsfeld aller Anspruchsgruppen, wie Kunden, Investoren, Aktionäre sowie Aufsichtsbehörden, sind dabei zentral.

Über eigene Agenten, Finanzberater und Vertriebspartner bietet das Unternehmen Privat- und Firmenkunden eine umfassende und individuelle Beratung sowie eine breite Auswahl an eigenen und Partnerprodukten an. Swiss Life Select, das auf Finanzplanung privater Haushalte und Vermittlung von Finanzprodukten spezialisierte Tochterunternehmen, sowie die Beraterinnen und Berater von Tecis, Horbach, Proventus und Chase de Vere lassen ihre Kunden anhand des Best-Select-Ansatzes das für sie passende Produkt auswählen. Die Kunden erhalten somit Zugriff auf die Produktpalette der besten Anbieter am Markt. In Deutschland hat Swiss Life für Menschen, die sich eine klassische Berufsunfähigkeitsversicherung nicht leisten können, ein Produkt entwickelt, über das sie ihre Arbeitskraft preiswert absichern können. Swiss Life leistet damit einen Beitrag dazu, dass auch Menschen mit tieferen Einkommen ihre Vorsorge optimieren und Lücken schliessen können.

Transparente Produktinformation

Swiss Life legt grossen Wert auf transparente und zugängliche Informationen zu den Produktund Dienstleistungsangeboten. Mit verständlichen und umfassenden Dokumentationen unterstützt Swiss Life eine kundenorientierte Beratung. Die Verständlichkeit und Transparenz ihrer Produkte und Dienstleistungen fördert Swiss Life im Gesamtzusammenhang. So stehen zu verschiedenen Versicherungs- und Vorsorgethemen auf den lokalen Internetseiten oder Kundenportalen unterstützende Videosequenzen zur Verfügung und Publikationen zum Download bereit.

Langfristige Leistungszusagen sowie Verpflichtungen aus Vorsorge- und Finanzprodukten erfordern im Vorfeld eine genaue Analyse des rechtlichen und regulatorischen Umfelds und des damit zusammenhängenden Risikos. Dies ist auch die Basis für eine kundenorientierte Beratung und trägt wesentlich dazu bei, Fehlberatungen oder Verstösse sowie mögliche daraus resultierende Konsequenzen zu vermeiden.

Die konkrete Ausgestaltung von Produkten und Dienstleistungen erfolgt nach gruppenweiten Standards und nach strenger Massgabe des lokalen regulatorischen Umfelds sowie der lokalen Gesetzgebung. Es ist sichergestellt, dass Compliance auch bei bestehenden Produkten und Dienstleistungen Anpassungen vornehmen kann. Ebenso werden die gruppenweiten Standards zur Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen bei Bedarf den Rahmenbedingungen angepasst.

Das Produktmanagement wird über verschiedene Weisungen auf Gruppenstufe geregelt. Swiss Life hat dafür einen einheitlichen, auditierbaren Produktentwicklungsprozess etabliert. Er definiert zum einen Mindestanforderungen an die lokale Produktentwicklung und zum anderen den Genehmigungs- und Eskalationsprozess für Initiativen auf Gruppenstufe. Selbstverständlich sind die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften, der konkrete Kundennutzen sowie die Qualität der Kundendokumentation wesentliche Kriterien im Rahmen der Beurteilung.

Die gruppenweit verbindlichen Regelungen werden lokal in entsprechenden Weisungen umgesetzt. Swiss Life überprüft ihre Produktlösungen regelmässig.

Compliance bei Swiss Life

Swiss Life legt in ihrem gesamten Tätigkeitsgebiet grossen Wert darauf, alle Rechtsvorschriften und regulatorischen Vorgaben einzuhalten. Ein wichtiges Instrument von Compliance ist der Code of Conduct. Darin sind die Werte und Grundsätze von Swiss Life sowie verpflichtende Verhaltensregeln für alle Mitarbeitenden festgehalten.

Der Code of Conduct enthält Verhaltensanweisungen zu folgenden Themen:


Zusätzlich zum Code of Conduct besteht bei Swiss Life ein umfassendes Weisungswesen. In den Weisungen sind konzernweit verbindliche Mindeststandards definiert, die in allen Geschäftseinheiten in entsprechenden lokalen Regelungen umgesetzt sind. Regelmässige Trainings stellen sicher, dass die Mitarbeitenden über die relevanten Compliance-Themen und -Weisungen informiert sind. Neue Mitarbeitende werden nach Stellenantritt zum Code of Conduct und zu wesentlichen Verhaltensregeln geschult. Alle zwei Jahre absolvieren zudem sämtliche Mitarbeitende ein Refresher-Training. Die Teilnahme an diesen Schulungen ist obligatorisch und wird überprüft; dabei wird eine 100-prozentige Erfolgsquote angestrebt. Divisionen, welchen vom Regulator häufigere Trainings vorgeschrieben werden, absolvieren diese in höherer Frequenz. Swiss Life verfügt über etablierte Prozesse, welche die angemessene Identifikation, Steuerung und Kontrolle der Compliance- und Datenschutzrisiken sicherstellen. Die Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Kompetenzen von Compliance sind ebenfalls innerhalb des Weisungswesens definiert.

Datenschutz

Im Bereich Datenschutz sind unternehmensweite Standards definiert, die Vorgaben zur Etablierung einer Datenklassifikation und zum Umgang mit personenbezogenen Daten, besonders schützenswerten Daten und Geschäftsgeheimnissen beinhalten. Die einzelnen Divisionen verfügen über einen Datenschutzbeauftragten und stellen für alle Mitarbeitenden regelmässige Schulungen zu diesem Thema sicher. Die Sicherung der Daten ist Teil des Risikomanagements. Mehr Informationen zum Risikomanagement finden sich im Geschäftsbericht.

Gesetzeskonforme Geschäftstätigkeit

Compliance überwacht und beurteilt das rechtliche sowie das regulatorische Umfeld und berücksichtigt dabei auch die lokale Gesetzgebung. Ziel ist es, Verstösse gegen rechtliche bzw. regulatorische Vorgaben zu vermeiden, inklusive der Verhinderung sämtlicher Formen von Korruption und Bestechung. Swiss Life legt auch grossen Wert darauf, Sanktionen und Embargos zu beachten. Regelmässige Risikobeurteilungen sowie ein permanentes und umfassendes Compliance-Reporting an die obersten Leitungsgremien unterstützen die Umsetzung aller erforderlichen Massnahmen auf Konzernstufe und auf Stufe der Geschäftseinheiten. Das Compliance-Framework wird regelmässig überprüft, bei Bedarf überarbeitet und neuen Voraussetzungen angepasst.

Gegen Swiss Life wurden im Berichtsjahr keine Geldstrafen oder Bussgelder verhängt und das Unternehmen hat auch keine Vergleiche im Hinblick auf Korruptionsverfahren geschlossen.

Nachhaltige Profitabilität

Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die nachhaltige Profitabilität von Swiss Life sind Grundvoraussetzungen für die erfolgreiche und langfristige Unternehmensführung. Swiss Life hat durch die konsequente Umsetzung ihrer Unternehmensprogramme die operative Schlagkraft in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert und das Geschäftsmodell in einem anspruchsvollen politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Umfeld laufend weiterentwickelt.

Der Tätigkeitsbereich von Swiss Life ist auf Langfristigkeit ausgelegt. Die Versprechen gegenüber Kunden müssen über Jahrzehnte Bestand haben. Im Lebensversicherungsgeschäft spielt deshalb eine langfristige Anlagepolitik eine zentrale Rolle. Swiss Life hat die Anlagestrategie so ausgerichtet, dass die Zinsmarge auch bei tief bleibenden Zinsen über mehr als drei Jahrzehnte positiv ist. Zudem hat Swiss Life in den letzten Jahren das Geschäftsmodell fortlaufend weiterentwickelt und durch den Ausbau des Fee-Geschäfts die Abhängigkeit vom Anlageergebnis reduziert. Mit dem erfolgreichen Ausbau der Vermögensverwaltung für Drittkunden, den unabhängigen Beraterkanälen und neuen Initiativen wie Beratung oder dem Immobilienmaklergeschäft hat Swiss Life in den letzten Jahren den Beitrag aus dem sogenannten Fee-Geschäft deutlich erhöht. Neben dem Fokus auf Profitabilität bleibt die Kapitaleffizienz eine relevante Steuerungsgrösse im Neugeschäft.

Swiss Life berichtet regelmässig über die strategischen Schwerpunkte und die mittelfristigen unternehmerischen und damit verbundenen finanziellen Ziele. Im November 2015 hat Swiss Life das Unternehmensprogramm «Swiss Life 2018» vorgestellt. Das Unternehmensprogramm umfasst konkrete finanzielle Zielsetzungen für einen Zeitraum von drei Jahren. Nebst dem weiteren Ausbau des Fee-Geschäfts will Swiss Life alle Geschäftsprozesse konsequent auf den Kunden ausrichten und in die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells investieren. Die Investitionen sollen primär in die Digitalisierung, die Qualität der Beratung und in Initiativen für organisches Wachstum fliessen. Mit diesen Massnahmen setzt Swiss Life die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells konsequent fort und legt die Basis für die nachhaltige Profitabilität des Unternehmens in der Zukunft. Swiss Life hat auch in der Berichtsperiode regelmässig über die Fortschritte im Rahmen des Unternehmensprogramms «Swiss Life 2018» berichtet. Zudem hat das Unternehmen angekündigt, am 29. November 2018 im Rahmen eines Investorentags die neuen strategischen Ziele bekanntzugeben.

Weitere Informationen zum Unternehmensprogramm und der Strategie der Swiss Life-Gruppe finden sich im Geschäftsbericht.

Verantwortung in der Anlagetätigkeit

Im Zentrum der Aufgabe als Vermögensverwalterin für die eigenen Versicherungsgesellschaften wie auch für Drittkunden – zum Beispiel Pensionskassen, andere Versicherungsgesellschaften sowie Privatinvestoren über Kollektivanlagen – stehen für Swiss Life der Schutz der Kundengelder und der optimale Einsatz des Risikokapitals. Die Anlage der Vermögen soll sicher, rentabel und in der Gesamtheit liquide sein.

Die Anlagestrategie von Swiss Life ist langfristig und nachhaltig ausgerichtet und auf die Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft abgestimmt. Ziel der Anlagepolitik sind langfristige und stabile Erträge sowohl für die Kunden als auch für das Unternehmen. Anlagen werden grundsätzlich über mehrere Anlageklassen hinweg diversifiziert. Aufgrund der lange laufenden Verpflichtungen investiert Swiss Life vor allem in festverzinsliche Wertschriften, zum Beispiel Staats- und Unternehmensanleihen, in Immobilien sowie in Aktien- und Infrastrukturanlagen. Bei ihren Anlageentscheidungen setzt Swiss Life auf einen etablierten und mehrstufigen Anlageprozess sowie ein ganzheitliches und wertorientiertes Risikomanagement.

Swiss Life vertritt als Vermögensverwalterin die Interessen ihrer Kunden. Das Unternehmen ist sich dieser Verantwortung bewusst und nimmt die Interessen bei der Anlageallokation und der Stimmrechtsausübung wahr.

1 Total verwaltete Vermögen Versicherungsgeschäft und Drittkunden

Neben regulatorischen Vorgaben seitens der Aufsichtsbehörden in den verschiedenen Ländern berücksichtigt Swiss Life je nach Anlageklasse auch weitere Kriterien für nachhaltiges Investieren. Im Auswahlprozess für Anlagen spielen auch die Reputation und entsprechend das unternehmerische Verhalten einer Gesellschaft eine Rolle, da rufschädigendes Verhalten zu einer Werteinbusse führen kann.

Im Drittkundengeschäft legt Swiss Life Wert auf die individuellen Kundenwünsche, auch in Bezug auf nachhaltiges Investieren. So setzt Swiss Life in Frankreich bei speziellen Wertschriftenprodukten auf ökologische, soziale und Governance-Kriterien (ESG). Für bestimmte Kundengruppen in Grossbritannien werden Immobilienanlagefonds nach den Anlagerichtlinien für nachhaltiges Investieren strukturiert. Diese Anlagerichtlinien sind vergleichbar mit den Prinzipien für verantwortliches Investieren der Vereinten Nationen (UNPRI).

Nachhaltig bauen und sanieren

Swiss Life gehört zu den führenden Immobilieninvestoren in Europa und ist Eigentümerin des grössten privaten Immobilienportfolios in der Schweiz. Die langfristige Erhaltung und Steigerung des Immobilienpotenzials ist für Swiss Life im Rahmen der Anlagetätigkeit zugunsten der Versicherten und Kunden von zentraler Bedeutung. Entscheidungen sind daher nicht von kurzfristigen Renditeüberlegungen geprägt, sondern orientieren sich am langfristigen Immobilienlebenszyklus. Die Nachhaltigkeitsstrategie ist ein integraler Bestandteil der Immobilienstrategie Schweiz und widmet sich dem strategischen Ziel, die nachhaltige Entwicklung des Immobilienportfolios sicherzustellen. Gesellschaftlich oder ökologisch wertvolle Massnahmen und Herangehensweisen werden allfälligen ökonomischen Kosten gegenübergestellt und wo sinnvoll weiterverfolgt. Um die wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte im Bereich Immobilienmanagement zu identifizieren, wurde in der Schweiz eine Wesentlichkeitsanalyse erarbeitet. Dabei wurden – aus den Dimensionen Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt – 18 Aspekte aus 12 Themenbereichen als wesentlich identifiziert. Eine sehr hohe Wesentlichkeit wurde den Bereichen Standort, Gebäudestruktur und Ausbau, Betrieb und Instandhaltung sowie dem Energiebedarf für Wärme und Kälte attestiert.

Im Rahmen der operativen Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie investiert Swiss Life in der Schweiz jährlich rund CHF 300 Millionen in ihre Bestandsliegenschaften. Im Fokus stehen dabei energetische Betriebsoptimierungen sowie die Identifikation baulicher Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. Damit verfolgt Swiss Life einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen und trifft Massnahmen, um die Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt, anzugehen. Mit einem aktiven Bewirtschaftungsmanagement stimmt Swiss Life zudem Nutzungsangebot und Qualität ihrer Gebäude auf die Marktbedürfnisse ab und minimiert somit die Leerstände.

Bei Neubauprojekten in der Schweiz ist Swiss Life bestrebt, den Minergie®-Standard oder vergleichbare Standards im Bereich des nachhaltigen Bauens zu erreichen. Die gesetzlichen Vorgaben werden dabei bei den meisten Projekten deutlich übertroffen. In Zürich entsteht unter dem Namen «Greencity» das erste zertifizierte 2000-Watt-Areal der Schweiz. Das gut erschlossene Quartier in Zürich Leimbach wird mit Energie aus erneuerbaren Energiequellen versorgt und die Wohngebäude erfüllen den Minergie®-P-Eco-Standard. Swiss Life besitzt in «Greencity» auf zwei Baufeldern eine Wohn- und Geschäftsüberbauung mit 204 Wohnungen und rund 1000 m 2 Gewerbefläche.

Ein ähnliches Vorhaben ist in Genf geplant. Auf dem zentral gelegenen Entwicklungsgebiet «Caserne des Vernets» soll ab 2019 eine Wohn- und Geschäftsüberbauung mit rund 1500 Wohnungen und rund 30 000 m2 Büro- und Gewerbefläche entstehen. 300 Wohnungen sind Studenten vorbehalten. Die Überbauung orientiert sich ebenfalls an den Vorgaben der 2000-Watt-Gesellschaft. Die Wohngebäude entsprechen zudem dem Minergie®-Eco-Standard. Swiss Life hat gemeinsam mit sieben Investoren und einem Entwicklungsteam den Investorenwettbewerb des Kantons Genf gewonnen. Am Projekt beteiligt sind private Investoren, Wohngenossenschaften sowie die öffentliche Hand. Swiss Life wird ein Hochhaus mit 239 Wohnungen und ein Hochhaus mit Büro- und Gewerbenutzung realisieren (24 500 m2 Mietfläche).

Um die Verdichtung auch innerstädtisch an möglichst sinnvollen Lagen voranzutreiben, werden Verdichtungspotenziale laufend analysiert und identifi ziert. Eine erfolgreiche Umsetzung gelang Swiss Life beispielsweise in Chêne-Bougeries im Kanton Genf. Dort wurde eine bestehende Überbauung um zwei Etagen aufgestockt, womit mehr Wohnraum geschaff en wurde. Mittels solcher Projekte verfolgt Swiss Life erfolgreich ihren Anspruch, einen aktiven Beitrag zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung leisten zu können und die hohe Schweizer Lebensqualität langfristig zu erhalten.

In Deutschland und in Frankreich werden ebenfalls Nachhaltigkeitsstrategien und -aktivitäten umgesetzt. Die Geschäftseinheit in Frankreich legt ihre Bestrebungen für nachhaltiges Investieren in Form einer halbjährlichen Berichterstattung in Zusammenarbeit mit der unabhängigen Ratingagentur EthiFinance offen. Zudem ist sie Mitglied einer Arbeitsgruppe von ASPIM ( Association française des sociétés de placement immobilier), die aktuell die Entwicklung eines Nachhaltigkeitszertifikats für Immobilienfonds in Frankreich evaluiert. Die Tochtergesellschaft Corpus Sireo, ein Immobiliendienstleister in Deutschland, arbeitet mit einem Handbuch, welches Empfehlungen für einen ressourcenschonenden Umgang für die tägliche Arbeit enthält. Die Niederlassungen in Frankreich und Deutschland sind Mitglied in nationalen Ausschüssen für nachhaltige Immobilien.

Risiko- und Trendmonitoring

Sämtliche Risiken im Immobilienbereich werden auf Liegenschaftsebene kontinuierlich überwacht und mit modernsten Analyse- und Benchmarking-Methoden im Detail durchleuchtet. Im Fokus stehen Objekt- und Marktrisiken wie auch das frühzeitige Erkennen von strukturellen und sozioökonomischen Veränderungen.

Nachhaltige Beschaffung

Bei der Auswahl von Lieferanten achtet Swiss Life auf ethische und ökologische Prinzipien und arbeitet nach Möglichkeit mit lokalen Anbietern zusammen.

Der Bedarf der Swiss Life-Gruppe an externen Produkten und Dienstleistungen im Versicherungsbereich umfasst hauptsächlich folgende Bereiche:

  • Beratungsdienstleistungen (u. a. Management- und IT-Beratung)
  • Personalvermittlung (Headhunter, Vermittlung temporärer Arbeitskräfte)
  • IT-Infrastruktur (u. a. Software und Hardware sowie IT-Dienstleistungen)
  • Facility-Management-Dienste (u. a. Sicherheitspersonal, Gebäudeunterhalt, Reinigung)
  • Büro- und Werbematerial
  • Langzeitmiete von Autos (v. a. in Frankreich)
  • Verpflegung
  • Reisen
  • Strom und Gas

Im Bereich Immobilien bezieht Swiss Life vor allem externe Dienstleistungen folgender Art:

  • Architektur- und Fachplanerdienstleistungen (u. a. Generalunternehmen, Architekten, Bauphysiker, Bauengineering u. Ä.)
  • Allgemeine Bauhandwerksdienstleistungen (u. a. Bauunternehmungen, Handwerker, Maler, Gipser, Gartenbauer)

Vorgaben für Lieferanten

Swiss Life legt im eigenen Betrieb grossen Wert auf hohe Umwelt- und Sozialstandards und erwartet von ihren Geschäftspartnern und Lieferanten, dass sie ebenfalls hohe Nachhaltigkeitsstandards erfüllen und ihre Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitenden und der Gesellschaft wahrnehmen. Swiss Life Frankreich hält in ihren Verträgen mit Dienstleistungsunternehmen explizit fest, dass die Menschenrechte eingehalten und Schwarzarbeit und Kinderarbeit bekämpft werden müssen. An den weiteren Standorten der Swiss Life-Gruppe ist dies über die gesetzlichen Vorgaben ebenfalls gegeben. Standortübergreifend müssen alle Unternehmen, die mit Swiss Life zusammenarbeiten möchten, über ein Compliance-System verfügen, das die Einhaltung aller geltenden Gesetze sicherstellt.

Am Standort Schweiz bezieht Swiss Life bevorzugt Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen, die ein zertifiziertes Umweltmanagement-System (ISO 14001 oder EMAS) implementiert haben.

In Deutschland und Frankreich verlangt Swiss Life aktuell von ihren Partnern kein zertifiziertes Umweltmanagement-System nach ISO 14001 oder EMAS. Swiss Life Deutschland prüft jedoch Produkte, die eingekauft werden, auf ihre Umweltverträglichkeit und Rezyklierbarkeit.

Unsere Grundsätze für die nachhaltige Beschaffung